
Aktuelles von der paedML®
Nahezu jede weiterführende Schule in Baden-Württemberg und weit über die Hälfte der beruflichen Schulen nutzen seit Jahren die pädagogische Musterlösung (paedML) des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg (LMZ).
Durch dieses große, entgegengebrachte Vertrauen fühlt sich das LMZ seinen Kunden gegenüber verpflichtet, eine stets aktuelle und vor allem auf die Bedürfnisse der Schulen angepasste Lösung anzubieten. Viele Kollegen arbeiten daher mit höchstem Engagement an einer beständigen Fortentwicklung der paedML - sowohl im LMZ als auch an den Schulen und den Kreismedienzentren. Dabei ist es uns immer ein hohes Anliegen, die paedML als eine pädagogische Lösung anzubieten, die alle Anforderungen der schulischen Medienarbeit abdecken kann.
Die raschen technologischen Entwicklungen zeigen aber immer deutlicher, dass wir diesen hohen Anspruch nur erfüllen können, wenn wir vermehrt auch kompetente Firmen in die Fortentwicklung der paedML einbinden. Wir haben uns daher schon vor geraumer Zeit entschlossen, Aufträge stärker nach außen zu vergeben.
Den Anfang machte die paedML Windows. Hier liegen bereits hervorragende Teilergebnisse vor, die zu einer deutlich verbesserten paedML Windows im Laufe des Schuljahres 2012/13 führen werden.
Derzeit bereiten wir eine ähnliche Beauftragung für die paedML Linux vor, um die großen Herausforderungen an diese Lösung zu erfüllen. Dabei sind wir uns im Klaren, dass gerade die Fortentwicklung der paedML Linux unter ganz besondere Anforderungen gestellt werden muss, da sie eine Open Source Lösung ist und stark von der Unterstützung der Community lebt. Daran wird sich nichts ändern. Wir werden daher sehr streng darauf achten, dass die Idee des Open Source weiter verfestigt wird und den Source-Code offen legen.
Und selbstverständlich bleibt die paedML weiterhin eine schulbezogene Lösung. Dies gewährleisten praxiserfahrene Lehrkräfte aus der Schule, die alle Entwicklungsarbeiten eng begleiten und immer den Bezug zur schulischen Arbeit im Auge haben. Durch diese qualifizierte Beratung der externen Dienstleister bleiben die schulischen Belange berücksichtigt.
In all den Jahren gab es im erweiterten Team der paedML immer wieder einmal personellen Wechsel. So bedauerlich das im Einzelfall auch jeweils sein mag – entscheidend ist für uns und vor allem für die Schulen, dass die paedML eine schulische Lösung bleibt und die schulischen Anforderungen in allen drei Lösungen immer im Fokus bleiben. Dafür steht die Leitung des LMZ - Emmerich Hernadi, Abteilungsleiter Technik (und für die paedML verantwortlich), und Wolfgang Kraft, Direktor des Landesmedienzentrums - wie sie im nachfolgenden Interview versichern.
Interview
Interview der Online-Redaktion Support-Netz mit dem Direktor des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg, Wolfgang Kraft, und dem Abteilungsleiter Technik, Emmerich Hernadi, zur Zukunft der paedML:
Online-Redaktion:
Herr Kraft, unsere Kunden haben nach der Befragung im Frühjahr 2011 drei klare Zukunftsaufgaben für das Support-Netz formuliert, um das Angebot für die Schulen zu verbessern. Diese drei Punkte sind: der schnellere Release-Zyklus der paedML sowie die Realisierung der angekündigten Features, die Entlastung der Netzwerkberater und eine offensivere Öffentlichkeitsarbeit.
Wolfgang Kraft:
Die vielen Rückmeldungen zeigen, welche Bedeutung die paedML für die Medienarbeit im Unterricht hat. Die Umfrageergebnisse haben uns nochmals verdeutlicht, dass wir die Release-Zyklen nur mit Hilfe von Firmen verkürzen können. Um die Entwicklung der paedML Windows zu beschleunigen haben wir daher bereits im Herbst 2011 Software-Entwicklungsaufträge an eine Firma vergeben. Im Juli 2012 konnte bereits ein Prototyp der neuen paedML Windows auf der Basis von Server 2008 R2 vorgestellt werden. Hierbei handelt es sich um eine vollständige Neuentwicklung mit Sharepoint-Technologie.
Aufgrund dieser positiven Erfahrung wollen wir nun auch für die paedML Linux einen ähnlichen Schritt bei der Entwicklung gehen. Zurzeit könnten drei bis vier Firmen ihre Vorstellungen zur Fortentwicklung der paedML auf Basis von Open Source erarbeiten und nach den Sommerferien vorstellen. Wir werden dann entscheiden, welches das überzeugendste Konzept ist.
Online-Redaktion:
Das LMZ bietet mit der paedML Linux eine Open Source Lösung an, die viele Schulen sehr gerne einsetzen. Was wird sich nach der Beauftragung einer externen Firma verändern?
Wolfgang Kraft:
Die Schulen werden weiterhin eine paedML Linux auf Open Source-Basis erhalten. Und diese Lösung wird weiterhin ein LMZ-Angebot mit all den bekannten und wichtigen Unterstützungsleistungen bleiben – also mit der zentralen Unterstützung durch die Hotline im LMZ und der dezentralen Unterstützung durch die Schulnetzberater.
Das LMZ bleibt für alle paedML Kunden weiterhin Ansprechpartner, denn schließlich sind wir als LMZ sowohl von den kommunalen Schulträgern wie auch vom Kultusministerium genau damit beauftragt worden. Das LMZ verantwortet weiterhin die paedML-Entwicklung, das heißt, Firmen können immer nur im Auftrag des LMZ und in enger Begleitung von erfahrenen Pädagogen aus den Schulen Entwicklungsaufträge durchführen.
Da uns immer wieder Fragen nach dem Preis für diese Dienstleistung erreichen, will ich gerne klar und eindeutig festhalten: Am Grundpreis für die drei Lösungen wird sich nichts verändern. Schulen, die mit einer paedML arbeiten, erhalten diese Lösung weiterhin zum sehr günstigen Grundpreis. Darüber hinaus wollen wir den Schulen in den nächsten Jahren weiteren Zusatzdienst anbieten, wie wir es bereits heute mit Fernwartung und Fernzugriff tun.
Online-Redaktion:
Was können solche Zusatzdienste sein?
Wolfgang Kraft:
Viele Schulen wollen den Lehrern und Schülern den Zugriff auf ihre Arbeitsunterlagen auch von zu Hause aus ermöglichen. Wir prüfen derzeit, wie wir entsprechende ortsunabhängige Zugänge auf persönliche Arbeitsunterlagen (anytime – anywhere) in unser Angebot integrieren können – zu einem Preis, den Schulen tragen können.
Online-Redaktion:
Solche Entwicklungen brauchen Zeit – was geschieht in der Zwischenzeit mit den bestehenden Lösungen?
Emmerich Hernadi:
Das wichtigste Signal für die Kunden ist, dass alle Lösungen ständig weitergepflegt werden. Und natürlich erhalten die Schulen auch weitere Jahre Support für die alte Lösung, wenn wir schrittweise „neue“ paedMLs veröffentlichen – wir wissen schließlich genau, dass das Aufsetzen einer Lösung einen hohen Aufwand bedeutet, den Schulen sehr intensiv vorbereiten müssen. Daher ist die Pflege der aktuellen paedML Linux, Windows und Novell für uns selbstverständlich. Das bedeutet Sicherheits-Updates, Kernel-Updates zur Unterstützung aktueller Hardware, die Integration der Windows 7 Clients, …..
Unser mittelfristiges Ziel ist allerdings die Bereitstellung einer „neuen“ paedML Windows wie oben beschrieben sowie einer paedML Linux auf Basis einer aktuellen Debian-Distribution. Im Lastenheft, das wir den Firmen vorlegen, sollen Funktionalitäten gelistet werden, die wir in der neuen paedML Linux den Schulen anbieten möchten.
Online-Redaktion:
Könnten Sie diese Funktionalitäten an Beispielen aufzeigen?
Emmerich Hernadi:
Neben den Funktionen, die jetzt schon in der paedML Linux vorhanden sind, soll das Serverbetriebssystem durch stärkere Standardisierung und Virtualisierung hoch verfügbar sein. Die Administration aller schulisch-pädagogischen Funktionen wird über eine grafische Oberfläche erledigt. Das vereinfacht die Arbeit für den Netzwerkberater und bietet der Lehrkraft eine benutzerfreundliche Bedienungsoberfläche (Schulkonsole) an.
Funktionen wie die Mehrschullösung, die Bildschirmübertragung, die Druckerquota, die Einbindung mobiler Geräte, die Nutzung von Thin Clients, Client-Virtualisierung und ein W-Lan Konzept (Radius-Server) sollen implementiert oder verbessert werden.
Online-Redaktion:
Herr Kraft, Sie haben das Treffen zur mittelfristigen Entwicklung der paedML im Herbst 2011 angesprochen. Welche Ergebnisse aus der dreitägigen Klausurtagung bestimmen die Ziele im Support-Netz?
Wolfgang Kraft:
Vorrangige Ziele für das LMZ sind:
- die Entlastung der Netzwerkberater/innen von administrativen Arbeiten,
- die Verschlankung schulischer IT durch die Nutzung gemeinsamer Infrastruktur für das Schulverwaltungsnetz und das pädagogische Netz,
- die kontinuierliche Bedarfsanalyse der Schulen durch Kundenbefragungen, die dann zu einem verbesserten und schulgerechten Angebot führen wird,
- die Erhöhung der Verbindlichkeit der Fortentwicklung der paedML und die Verbesserung in Fragen der Sicherheit und des Datenschutzes.
Dies sind hohe Ziele, die wir in enger Zusammenarbeit mit allen am Schulleben beteiligten Gruppen erreichen wollen.
Online- Redaktion:
Herr Hernadi, können Sie die von Herrn Kraft genannten Punkt näher erläutern?
Emmerich Hernadi:
Den Netzwerkberater/innen wollen wir wieder mehr Zeit für die pädagogische Arbeit im schulischen Netz geben. Da die Schulträger sich in Zeiten angespannter Kassenlagen schwer tun, Computerfachfirmen stärker zu beauftragen, muss es gelingen, Updates und Patches, Datensicherung, Software-Installationen u. a. per Fernzugriff / Fernwartung zu erledigen. Cloud-Services versprechen hier große Hilfe, Lehrkräfte zu entlasten. Wir prüfen diese Angebote sehr gründlich und werden in Kürze erste Erprobungen durchführen.
Wir arbeiten zurzeit an der „Verschlankung“ schulischer IT, das bedeutet die Infrastruktur der Schule für beide Netze gemeinsam zu nutzen und Synergien beim Support zu erreichen.
Wichtig bei all diesen Überlegungen ist uns, dass wir immer die Belange und Bedürfnisse der Schulen im Blick behalten. Neben den Schulnetzberatern und den medienpädagogischen Beratern, die aus ihrer täglichen Arbeit an den Schulen viele Rückmeldungen geben, sind wir deshalb in ständigem Kontakt mit Netzwerkberatern und Lehrkräften.
Online-Redaktion:
Herr Kraft, Herr Hernadi, wir danken für das Gespräch.




