Landesmedienzentrum Baden-WürttembergSupport-Netz-Portal

Beschreibung der paedML® Linux Version 5.0.1

Im folgenden Artikel informieren wir Sie detailliert über die paedML Linux 5.0.1


Inhalt:

 

Allgemeines zur paedML® Linux

Bei der pädagogischen Musterlösung (paedML) Linux  handelt es sich um eine Client-Server Netzwerkumgebung für den schulischen Einsatz. Sie ist mit pädagogischen Funktionen ausgestattet, die speziell auf den Unterricht zugeschnitten sind. Zudem ist sie leicht zu verwalten und eignet sich daher optimal für ein schulisches Netzwerk. Neben der technischen Lösung bietet das Projekt Support-Netz Beratung zur Musterlösung und zur Medienentwicklungsplanung (MEP) sowie eine zentrale Hotline an, die die Kunden der Musterlösung bei der Installation und im laufenden Betrieb unterstützt.

 

Die paedML Linux arbeitet mit einer webbasierten Benutzeroberfläche (Schulkonsole), mit der die pädagogischen Funktionen für den Unterricht gesteuert werden können. Daneben bietet sie auch zahlreiche administrative Unterstützungssysteme, wie zum Beispiel die zentrale Softwareverteilung und selbstheilende Arbeitsstationen.

 

Als Serverbetriebssystem kommt Debian zum Einsatz. Auf dem Server werden zentral Dienste für das schulische Netzwerk angeboten (Druckserver, Benutzerverwaltung, Daten). Als Firewall wird der „IPCop“ eingesetzt. Hierüber werden Zugänge in das, bzw. aus dem Schulnetz gesteuert (Siehe Abbildung 1):

 

bild1

Abbildung 1: Beispiel einer Netzwerkskizze für eine dedizierte Lösung.

Grundlegende Arbeitsweise der paedML® Linux

Schüler und Schülerinnen und Lehrer und Lehrerinnen haben einen individuellen Zugang zum Schulnetz mit den zugehörigen Anwendungen, einer persönlichen E-Mail Adresse und eigenem Speicherplatz. Unabhängig an welcher Arbeitsstation der Nutzer sich am System anmeldet, hat er immer Zugriff auf diese Funktionalitäten.

 

Über die Schulkonsole, einer webbasierten Oberfläche, steuern Lehrer und Lehrerinnen Funktionalitäten für den Unterricht. Der Netzwerkberater kann hier aber auch verschiedene administrative Aufgaben wahrnehmen (Benutzerverwaltung, Aufnahme von Clients,…).

 

Es ist möglich auf das Schulnetz von außerhalb zuzugreifen. So können von außen administrative Zugriffe erfolgen (z.B. durch das Support-Netz oder den Netzwerkadministrator), einzelne Benutzer können aber auch einen Zugriff  über VPN auf Daten und Applikationen innerhalb des Schulnetzes Erhalten.

 

Durch ein in die paedML eingebundenes Boot-Verfahren können Arbeitsstationen im Netzwerk schnell wieder auf einen definierten Zustand gebracht werden und wenn gewünscht, auch verschiedene Betriebssysteme auf der Arbeitsstation gebootet werden. Derzeit werden folgende Betriebssysteme der Arbeitstationen offiziell unterstützt: Windows XP Professional, Windows 7, Ubuntu LTS.

 

Pädagogische Funktionen in der Schulkonsole

Die Schulkonsole ist eine webbasierte Anwendung, über die Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Netzwerkberater Informationen abrufen können und auf Funktionen zugreifen können, die ihrer Benutzerrolle zugeordnet sind.

 

Über diese webbasierte Oberfläche können Lehrerinnen und Lehrer pädagogische Funktionalitäten für den Unterricht steuern. Hierbei können sie Schülern in einem bestimmten Raum, einer Klasse oder einem Projekt unterschiedliche Rechte zuweisen. Zum Beispiel kann das Internet, das Intranet, der Webordner, der Webfilter und der Zugang zu Druckern als Gruppe oder individuell gesperrt oder frei geschaltet werden (siehe Abbildung 2). Ferner stehen klassen- und oder schulweite Tauschverzeichnisse und Datenbanken zur Verfügung. Die Lehrkraft kann den Schülern und Gruppen Dateien austeilen, oder bei Bedarf wieder einsammeln (z.B. im Rahmen von Klassenarbeiten oder Projekten).

 

bild2

Abbildung 2: Unter dem Menüpunkt Aktueller Raum kann die Lehrkraft den Schülerinnen und Schülern unterschiedliche Rechte zuweisen.

text

 

Jede Lehrerin und jeder Lehrer kann ein individuelles Projekt anlegen und daraufhin verwalten. Teilnehmer eines Projekts können dabei auch Schüler aus anderen Klassen sein. Schüler können somit klassenübergreifend einem Projekt zugeordnet werden. Sie können sowohl einzeln als auch klassenweise zu einem Projekt hinzugefügt werden. Bei der Auswahl einer ganzen Klasse können einzelne Schüler hinterher auch wieder herausgenommen werden. (siehe Abbildung 3).

 

 

bild3

Abbildung 3: Im Bereich Projekte können Lehrkräfte Projekte anlegen und verwalten.

Administrative Unterstützungssysteme

Über die Schulkonsole kann der Netzwerkberater verschiedene administrative Aufgaben wahrnehmen. Grundeinstellungen, wie zum Beispiel die Größe der Quotas (zur Verfügung stehender Speicherplatz) und die Zusammensetzung der Passwörter können über diese Weboberfläche eingestellt werden (Siehe Abbildung 4).

 

Schülerlisten können aus der Schulverwaltungssoftware übernommen oder von Hand erstellt werden. Ein Hilfssystem unterstützt den Netzwerkberater bei der Pflege der Schülerdaten, sowie bei der Versetzung der Schüler. Auch Lehrkräfte können darüber im System verwaltet werden. Zudem können Räume und Drucker in das System aufgenommen und einander zugeordnet werden.

 

Der Administrator kann Clients über die Schulkonsole verwalten und – beim Einsatz von Linbo als Imagingverfahren – Einstellungen in der Verwaltung von Images vornehmen.

 

Die Software Nagios, die nach der Installation der Linux-Musterlösung mit einer Basiskonfiguration zur Verfügung steht, dient zur Beobachtung von Kennzahlen des Servers und des Netzwerks.

 

 

bild4

Abbildung 4: Der Netzwerkberater kann mit der Schulkonsole administrative Aufgaben wahrnehmen.

Technische Funktionalitäten

Mit dem Updatedienst von Debian können Aktualisierungen der Linux-Musterlösung und des Systems jederzeit installiert werden. Somit ist es möglich die Musterlösung und das Basissystem stets aktuell zu halten.

 

In der paedML Linux wird als Firewall der IPCop eingesetzt. Mit einer Firewall wird die Nutzung der Netze beziehungsweise der Netzwerkdienste geregelt und das interne Netz geschützt. Der IPCop ist fester Bestandteil der Linux-Musterlösung.

 

Der Verzeichnisdienst OpenLDAP erlaubt eine übergreifende Authentifizierung für das gesamte System. Der Anwender benötigt dadurch nur noch ein Passwort für die Benutzung aller Dienste.

 

Weiterführende Infos

Auf den folgenden Internetseiten erfahren Sie mehr über den IPCop und Moodle:

 

IPCop

Der IPCop ist eine frei erhältliche Linux-Distribution, die in ihrer Grundinstallation als Router und Firewall fungiert. In der paedML Linux übernimmt der IPCop mittels angepasster Erweiterungen zahlreiche Funktionen.

  • Routing: Über eine Internetverbindung kann eine DMZ oder ein weiteres Netzwerk zur Einbindung externer Arbeitsstationen (auch Laptops) in das Schulnetz betrieben werden;
  • Webfilter (Jugendschutzfilter);
  • Steuerung von Verbindungen ins Internet und Intranet;
  • Proxy.

 

Hier erhalten Sie Infos zum IPCop in der paedML.

 

Moodle

Moodle ist eine Online-Lernplattform, bei der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in virtuellen Kursräumen treffen und gemeinsam Lerninhalte erarbeiten. Das Arbeiten in der Gruppe steht bei Moodle im Mittelpunkt, denn es unterstützt nicht nur die Kommunikation, es verbessert zudem das Lernergebnis. Moodle lässt sich daher besonders gut als Wissensdatenbank für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder den Kundensupport einsetzen. Auch in Schulen eignet sich der Einsatz dieser Lernplattform. In vielen baden-württembergischen Schulen ist Moodle bereits Standard.

 

Weitere Infos zu Moodle finden Sie auf den Internetseiten http://moodle.org oder http://www.moodle.de.

 

Roland Walter, 1. Juli 2011

 

Zum KundenloginZum Kundenlogin
Diese Website durchsuchen
KleinMittelGroß Schriftgröße wählen