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Kompetent und vor Ort - die Medienberatung der Stadt- und Kreismedienzentren

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Die Medienberatung der Stadt- und Kreismedienzentren wurde in den vergangenen Jahren flächendeckend ausgebaut: Ob es um den Kauf von Hard- oder Software oder um den sinnvollen Einsatz der Medien im Fachunterricht geht, all diese Fragen können mit großer Erfahrung und pädagogischem Sachverstand von den Schulnetzberatern (SNB) und den Medienpädagogischen Beratern (MPB) beantwortet werden.

 

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Die Medienpädagogischen Berater arbeiten mit den Schulnetzberatern eng zusammen -  Pädagogen sind beide und die sinnvolle Nutzung der Medien steht bei beiden im Vordergrund. Koordiniert wird dieses Beratungsangebot vom Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ).

 

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Die Beratung vermeidet Fehlinvestitionen, reduziert Kosten und ist Voraussetzung für die sinnvolle Nutzung der angeschafften Geräte und Software. Was das konkret bedeutet und wie die Zusammenarbeit der beiden Pädagogen aussieht, wird im Folgenden am Beispiel zweier Berater/innen am Kreismedienzentrum Buchen geschildert.

 

Inhalt:

 

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Ablauf der Beratung

Vor zehn Monaten rief ein Gymnasium aus dem Neckar-Odenwald-Kreis bei Schulnetzberater Ulrich Hollritt am Kreismedienzentrum Buchen an. Das Anliegen der Schule: Das Gymnasium sollte auf Ganztagsbetrieb umgestellt werden. In diesem Zusammenhang stellten sich einige technische Fragen. So sollte die Bücherei umgestaltet und bezüglich der Computerausstattung auf einen aktuellen technischen Stand gebracht werden.

 

Die Schülerinnen und Schüler sollten dort etwa PC-Arbeitsplätze mit jederzeit verfügbarem Internetzugang bekommen. Außerdem war die Schule auf der Suche nach einer geeigneten Netzwerklösung für sämtliche Schulcomputer. „Bei der ersten Kontaktaufnahme geht es meistens um rein technische Fragen, beispielsweise welche Server geeignet sind, welche Flachbildschirme und so weiter. Das sind also klassische Hardware-Anfragen“, berichtet Schulnetzberater Ulrich Hollritt. „Ich sage dann erst mal ´Stopp` und frage nach, was mit der Ausstattung gemacht werden soll und ob bereits Ideen für die Arbeit mit den Geräten vorliegen.“

 

Denn für einen Schulnetzberater gilt der Grundsatz: Pädagogik vor Technik – die technischen Möglichkeiten müssen sich den pädagogisch-didaktischen Anforderungen anpassen und nicht anders herum.

 

Im Fall des anfragenden Gymnasiums hat Hollritt also zunächst mit den zuständigen Kollegen der Schule den Ist-Zustand aufgenommen, dann das bereits in den Grundzügen vorhandene Konzept angeschaut und schließlich angeregt, daran weiterzuarbeiten und einen Medienentwicklungsplan aufzustellen.

 

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Beratung an den Medienzentren

An zwei Tagen in der Woche stehen die Schulnetzberater den Schulen und den Schulträgern bei Fragen rund um Netzwerklösungen und technische Ausstattung zur Verfügung. Selbstverständlich können Anfragen auch an den anderen Tagen schriftlich oder telefonisch gestellt werden, in dringenden Fällen helfen die Medienzentrenleiter oder deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter.

 

Die Schulnetzberater informieren in ihrer Beratung über die paedML, Musterlösung für schulische Computernetze samt dazugehörigem Unterstützungssystem. Die standardisierte Netzwerklösung wird vom LMZ weiterentwickelt und vertrieben (siehe www.support-netz.de). Außerdem unterstützen Schulnetzberater Schulen bei der Planung, Einrichtung, dem Betrieb und der Fortschreibung der Schulnetzwerke sowie der Umsetzung von regionalen Supportstrukturen.

 

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Schulnetzberatung

Die Aufgabe der an den Kreismedienzentren (KMZ) angesiedelten Schulnetzberater (derzeit sind landesweit 35 dezentrale Beratungsstellen eingerichtet) besteht auch darin, die Erstellung und Umsetzung eines Medienentwicklungsplans zu begleiten. Denn die Beratung hat nicht nur das Ziel, die ratsuchenden Schulen bei der Anschaffung einer angemessenen Ausstattung zu unterstützen, sondern sie verfolgt auch das Anliegen, den kommunalen Kostenträgern langfristig Planungssicherheit zu verschaffen.

 

Diese sollen kalkulieren können, welche Ausgaben für die Anschaffung und für den laufenden Betrieb auf sie zukommen werden. Deshalb orientieren sich SNB an landesweit gültigen technischen Leitbildern und sorgen dafür, dass sich die Ausstattung der Schulen am tatsächlichen, jeweils unterschiedlichen Bedarf orientiert.

 

Seit einiger Zeit bekommt Ulrich Hollritt Unterstützung von Franziska Hahn, die sich am Kreismedienzentrum der medienpädagogischer Beratung widmet. Beide arbeiten eng zusammen und sitzen sich beispielsweise jeden Dienstagvormittag an ihren Schreibtischen im Kreismedienzentrum in Buchen gegenüber. Die beiden Realschullehrer sind von ihren Schulen mit einigen Deputatsstunden an das KMZ Buchen und Mosbach abgeordnet.

 

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Medienpädagogische Beratung

Bei seiner Beratungstätigkeit an dem Gymnasium aus dem Neckar-Odenwald-Kreis hat Ulrich Hollritt in Gesprächen mitbekommen, dass es in der Schule zu verschiedenen Fällen von Cyber-Mobbing gekommen war. Lehrerinnen und Lehrer, aber auch Schülerinnen und Schüler fühlten sich durch Veröffentlichungen über ihre Person im Internet oder auf Handys verletzt, verunglimpft und bloßgestellt. „Das Thema hat den Lehrern unter den Nägeln gebrannt“, erinnert sich Hollritt.

 

Normalerweise hätte er nun mit dem Hinweis abwinken müssen, dass er als externer Schulnetzberater zunächst für Fragen rund um Netzwerklösungen und ihren technischen Support zuständig ist. In diesem Fall konnte er glücklicherweise auf seine Kollegin Franziska Hahn verweisen, die seit knapp einem Jahr als eine von landesweit 35 Medienpädagogischen Berater/innen Schulen bei Fragen rund um die praktische Medienarbeit zur Verfügung steht.

 

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Die Medienpädagogischen Berater arbeiten sehr eng mit den Lehrerinnen und Lehrern an den Schulen zusammen. Sie informieren beispielsweise über vorhandene methodisch-didaktische Unterrichtskonzepte wie sie etwa auf den Internetplattformen des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg zur Verfügung gestellt werden (www.medienrecherche.lmz-bw.de; www.unterrichtsmodule-bw.de, www.mediaculture-online.de).

 

Die MPBs bieten aber auch ganz konkrete Unterstützung an und kommen etwa für die Umsetzung eines Projekts oder eines Unterrichtsvorhabens an die Schule und begleiten die Lehrkraft über eine vorher festgelegte Zeit. Zu ihren Aufgaben gehört außerdem, über Medienangebote, Mediennutzung und Medienbildung zu informieren – selbstverständlich stets orientiert an den jeweiligen Bildungsplänen.

 

Franziska Hahn war von ihrem Kollegen Hollritt bereits über das Problem „Cyber-Mobbing“ an dem Gymnasium informiert worden als sich ein Lehrer der Schule bei ihr meldete. „Das Kollegium wollte dringend mit den Schülerinnen und Schülern über das Thema ´Verantwortungsvoller Umgang mit dem Internet` sprechen und Unterstützung bei der Vermittlung dieses Themas im Unterricht bekommen“, erinnert sich Franziska Hahn an ihr erstes Treffen mit fünf Lehrern vom oben genannten Gymnasium, „die Kolleginnen und Kollegen waren zutiefst verunsichert.“ Nach diesem Gespräch, in dem Hahn verschiedene Wege aufzeigte, wie mit der Verunsicherung durch das Cyber-Mobbing umgegangen werden kann, brachten die Kollegen in einer Gesamtlehrerkonferenz (GLK) das Thema verbunden mit einer Initiative auf den Tisch. In der GLK wurde eine Arbeitsgemeinschaft ins Leben gerufen, die sich mit dem Thema „Medienkompetenz“ beschäftigen sollte. „Ich sah in der folgenden Zeit meine Aufgabe vor allem darin, diese AG zu begleiten“, so Hahn. Aus der AG-Arbeit entwickelte sich im Verlauf des Schuljahres ein Stufenprojekttag für die Klasse 6. Franziska Hahn unterstützt das Kollegium bei der Vorbereitung dieses Stufenprojekttages. „Die Vermittlung von Medienkompetenz hat seitdem an dieser Schule eine höheren Stellenwert bekommen“, so die Erfahrung von Hahn, „das Thema Cyber-Mobbing wird konstruktiv angegangen.“

 

Franziska Hahn ist mit dem Kollegium des Gymnasiums noch immer in Kontakt. Die Arbeit von Schulnetzberater Ulrich Hollritt ist dagegen abgeschlossen, zumindest vorerst. „Meistens erstreckt sich der Kontakt zu einer Schule auf vier bis fünf Termine“, erklärt Hollritt. Im Fall des Gymnasiums fand das Erstgespräch über konkrete technische Fragen telefonisch statt, dann vereinbarte Hollritt einen Termin vor Ort um sich Pläne und die Räumlichkeiten anzuschauen sowie sich über die personellen Möglichkeiten zu informieren.

 

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Medienentwicklungsplanung

Großen Wert hat er darauf gelegt, die Schule bei der Erstellung eines Medienentwicklungsplans zu begleiten und beratend zur Seite zu stehen. „In einem halben Jahr werde ich mich in der Schule nach dem Stand der Dinge erkundigen“, erklärt Hollritt die Vorgehensweise.

 

In konkrete Entscheidungen mische er sich nicht ein, er versteht sich vielmehr als Moderator eines Prozesses: Für welche der drei Netzwerklösungen des Landes Baden-Württemberg (paedML®) sich eine Schule beispielsweise entscheidet, ist ausschließlich Sache des Kollegiums: „Als Schulnetzberater berate ich nicht in eine Richtung, schließlich müssen die Lehrer vor Ort damit ihren Unterricht gestalten.“ Nach Auffassung von Hollritt haben mittlerweile viele Schulen erkannt, dass sie eine unabhängige Instanz für technische Fragen benötigen, „und nicht sofort einen Fachhändler, der Hardware verkaufen will“.

 

Auch Kommunen kommen immer wieder mit Fragen nach der technischen Ausstattung von Schulen auf Hollritt zu – auch diese berät er gerne. Allen legt der Schulnetzberater ans Herz, nach einer Bestandsaufnahme – aber bevor neue Hardware angeschafft wird - unbedingt einen Medienentwicklungsplan zu erstellen, der auf die Bedürfnisse der Schule zugeschnitten sein muss.

 

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Beim Medienentwicklungsplan (MEP) kommt wieder Franziska Hahn ins Spiel. Denn auch sie ist in ihrer Arbeit immer wieder mit Fragen konfrontiert, die dieses an den pädagogisch-didaktischen Belangen einer Schule orientierte technische Konzept tangieren. Wie setzt man Computer sinnvoll im Unterricht ein? Arbeiten die Kollegen lieber im Computerraum oder in den Klassenräumen?

 

Anhand solcher Fragen wird deutlich, dass die Medienausstattung einer Schule weit mehr als technisches Verständnis braucht und dass man als Schule um einen Medienentwicklungsplan nicht herumkommt.

 

  • Soll den Schülern ein freier Zugang zum Internet zur Verfügung gestellt werden, wie im obigen Beispiel in der neuen Bibliothek im Ganztagsbetrieb?

 

Das scheint eine technische Frage zu sein, doch sofort schließt sich die nächste – pädagogische – Frage an:

 

  • Wie vermittelt man den Schülerinnen und Schülern einen vernünftigen Umgang mit dem rund um die Uhr zur Verfügung stehenden Internet?
  • Wie vermittelt man Medienkompetenz?

 

Das sind keine leichten Aufgaben. Doch die Schulen werden dabei unterstützt: Von kompetenten Schulnetz- und Medienpädagogischen Beraterinnen und Beratern wie beispielsweise von Ulrich Hollritt und Franziska Hahn aus dem Neckar-Odenwald-Kreis.

 

Brigitte Ströbele, 23. Juni 2009

 

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