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Unterrichtstools in der paedML® Novell 3.0 für Novell Open Enterprise Server

Überschrift

 

Im ersten Teil unserer Artikelserie haben Sie einen Überblick über die Features der paedML Novell 3.0 für Novell Open Enterprise Server (paedML Novell 3.0 ) erhalten. Im zweiten Teil haben wir Ihnen die Verzeichnisstruktur der paedML Novell 3.0 und im dritten Teil die Dateisystemstruktur der paedML Novell 3.0 für Novell Open Enterprise Server vorgestellt. Im vierten Teil der Artikelserie haben wir Sie über die Softwarebereitstellung in der paedML Novell 3.0 informiert. Im vorliegenden fünften Teil der Artikelserie lernen Sie die Unterrichtstools der paedML Novell 3.0 für Novell Open Enterprise Server näher kennen.

 

Inhalt:

 

Einleitung

Die ersten vier Artikel der Serie thematisierten die standardisierten Strukturen der paedML Novell 3.0 für Novell Open Enterprise Server, wie zum Beispiel das Design des Verzeichnisdienstes oder die einheitliche Konfiguration von Netzwerkressourcen und -diensten. Die Standardisierung von Strukturen erleichtert nicht nur den Installationsaufwand, ebenso minimiert sie den Wartungsaufwand und damit meist auch die Folgekosten.

 

Die Musterlösung des Landes Baden-Württemberg zeichnet sich aber nicht nur durch die Standardisierung eines schulischen Netzwerks und dem damit verbundenen Investitionsschutz für Schulträger aus, sondern zusätzlich durch die Unterrichtstools, die den Lehrerinnen und Lehrern dabei helfen, eine computergestützte Unterrichtsgestaltung vorzunehmen. Denn eine Investition in eine schulische Netzwerklösung lohnt sich nur dann, wenn durch den Einsatz der neuen Medien im Unterricht der Lernprozess gefördert und dadurch die Kompetenzen im Umgang mit den neuen Medien erhöht werden können.

 

In der paedML Novell 3.0 gibt es zwei verschiedene Arten von Unterrichtstools, die wir Ihnen im vorliegenden Artikel ausführlicher vorstellen:

 

Administrative Tools für Netzwerkberaterinnen und Netzwerkberater;

Unterrichtstools für Lehrkräfte zur Steuerung von Computern und Ressourcen.

 

Sinn und Zweck von Unterrichtstools

Das Lernen mit Computern und dem Internet kann den Unterricht interessanter und effektiver machen. Doch ist eine Unterrichtsgestaltung mithilfe der neuen Medien nur dann sinnvoll, wenn den Lehrerinnen und Lehrern Werkzeuge zur Verfügung stehen, mit denen sie die Computer in der Schulstunde steuern können. Warum entsprechende Werkzeuge so wichtig sind, möchten wir Ihnen anhand des folgenden Beispiels erläutern:

 

Stellen Sie sich dazu bitte folgende Situation vor: Sie sind Deutschlehrer und möchten, dass Ihre Schüler in Gruppen ein Referat über die Epoche Sturm und Drang erarbeiten. Um Ihren Schülerinnen und Schülern die Arbeit zu erleichtern, erlauben Sie ihnen, im Internet nach Material zu suchen. Doch statt der gewünschten Internetrecherche, surfen Ihre Schüler im Internet oder stören den Unterricht. Ein Schüler produziert pausenlos Druckaufträge, manche besuchen Internetseiten, die sie besser nicht öffnen sollten. Andere wiederum spielen, anstatt zu lernen. Was würden Sie tun, wenn Ihnen keine Hilfsmittel zur Verfügung stehen würden, um den computergestützten Unterricht zu steuern?

 

Dieses Beispiel zeigt, dass der Einsatz von Computern das Lernen nicht nur interessanter und anregender macht, sondern den Lernprozess auch stören kann, wenn eine Lehrerin oder ein Lehrer nicht jederzeit die Kontrolle über die im Unterricht eingesetzten Medien hat. Ohne entsprechende Hilfsmittel, um den Unterricht in die gewünschte Richtung zu lenken, kann es sein, dass die Chancen, die die neuen Medien für den Unterricht bieten, nicht genutzt werden.

 

Beschreibung der Unterrichtstools

In der paedML Novell 3.0 sind daher Werkzeuge implementiert, die den Lehrkräften helfen, stets über die eingesetzten Medien Kontrolle zu behalten. Diese sogenannten Unterrichtstools sind auf die standardisierten Strukturen der Musterlösung abgestimmt und stehen den Lehrern für folgende Aufgaben bereit:

 

  • Computersperre (Bildschirm-, Tastatur- und Maussperre):
    Ein Lehrer kann während des Unterrichtsbetriebs alle Bildschirme und Eingabegeräte (Tastatur und Maus) der Arbeitsstationen in einem Klassenraum "auf Knopfdruck" sperren oder freigeben;
  • Fernsicht (Bildschirm holen):
    Bei Bedarf kann sich die Lehrerin oder der Lehrer den Bildschirminhalt einer Schülerarbeitsstation auf dem Lehrerbildschirm anzeigen lassen;
  • Fernsteuerung:
    Funktioniert wie Fernsicht. Lehrer haben darüber hinaus die Möglichkeit, eine Arbeitsstation aktiv zu steuern;
  • Druckersperre:
    Die Drucker in einem Unterrichtsraum können gesperrt oder zur Nutzung wieder frei geschaltet werden. Außerdem können die Druckaufträge bei Bedarf gelöscht werden;
  • Internetsperre:
    Die Lehrkräfte können den Internetzugang für eine Klasse sperren oder freigeben. Die Sperre erfolgt dabei stets für alle Computer in einem Klassenraum. Es können aber einzelne Computer wieder für den Internetzugang frei geschaltet werden;
  • Ferngesteuertes Starten (Wake-On-LAN) und Herunterfahren von Arbeitsstationen:
    Lehrkräfte können die Arbeitsstationen eines Unterrichtsraums auf Knopfdruck starten oder herunterfahren;
  • Arbeitsstationswiederherstellung:
    Lehrer können bei Bedarf die Arbeitsstationen in einem Raum auf einen definierten Grundzustand zurücksetzen. Beim nächsten Start wird diesen Rechnern dann ein ausgewähltes Image übertragen. In Kombination mit Wake-On-LAN kann damit erreicht werden, dass die Arbeitsstationen vor dem Unterrichtsbeginn in einen gewünschten Zustand versetzt werden;
  • Klassen sperren:
    Diese Funktion ermöglicht es den Lehrern zu verhindern, dass die Schüler einer Klasse sich unerlaubt an einer Arbeitsstation anmelden;
  • Zugriffssteuerung von gemeinsamen Ordnern (Tauschverzeichnis):
    Hiermit können Lehrerinnen und Lehrer die Eigenschaften eines von Schülern gemeinsam genutzten Ordners festlegen. Dabei können Größe und Zugriffsrechte definiert werden;
  • Passwortverwaltung:
    Sollten Schüler einmal ihr Passwort vergessen, kann die Lehrerin oder der Lehrer das Passwort zurücksetzen und neu vergeben;
  • Klassenlisten:
    Lehrerinnen und Lehrer können bei Bedarf eine Liste der Schüler einer bestimmten Klasse erstellen lassen;
  • Projektverwaltung:
    Für Projekt- oder Gruppenarbeit ist es wichtig, dass nur die in einem Projekt beteiligten Schüler und Lehrer Zugriffsrechte auf ihre gemeinsamen Daten haben. Die Funktion Projektverwaltung regelt genau diese Rechte;
  • Zentrales Verteilen und Einsammeln von Dokumenten und Dateien:
    Lehrer können ihren Schülern Arbeitsmaterial, zum Beispiel ein Aufgabenblatt, "per Knopfdruck" in die Homeverzeichnisse der Schüler verteilen und bei Bedarf einsammeln;
  • Klassenarbeitsmodus:
    Immer häufiger werden die neuen Medien auch für eine Klassenarbeit eingesetzt. Mit dem Klassenarbeitsmodus kann die Lehrkraft den Funktionsumfang beschränken, sodass den Schülern speziell für die Klassenarbeit definierte Funktionen zur Verfügung stehen;
  • Softwareverwaltung:
    Die Zugriffsrechte für netzbasierte Programme werden in der Regel während der Installation bereits festgelegt. In manchen Situationen wie zum Beispiel im Klassenarbeitsmodus ist es aber wünschenswert, den Schülern nur bestimmte Anwendungen für die Klassenarbeit freizugeben. Mit dem Tool können Lehrer Anwendungen nach dem gewünschten Unterrichtszweck verwalten.

 

 

Schulkonsole - Eine neue pädagogische Oberfläche

Die im obigen Abschnitt vorgestellten Funktionen sind mit Ausnahme der Softwareverwaltung bereits in früheren Versionen der Novell-Musterlösung als einzelne Tools implementiert gewesen.

Das hatte zur Folge, dass einzelne Funktionen intuitiv und leicht zu bedienen waren, denn jedes Tool hat eine Funktion abgebildet. Wollte man aber mehrere Funktionen gleichzeitig bedienen, ging das zu Lasten der Benutzerfreundlichkeit, da mehrere Tools parallel gestartet und bedient werden mussten.

 

In der paedML Novell 3.0 kommt daher eine neue grafische Bedienoberfläche (genannt Schulkonsole) zum Einsatz, die alle oben beschriebenen Funktionalitäten unter einer übersichtlichen Oberfläche vereint.

 

Für die Musterlösung sehen wir ein Rollenkonzept vor, um einerseits Aufgaben auf mehrere Benutzer zu verteilen und andererseits aber auch, um die individuellen Fähigkeiten der Benutzer im Umgang mit Computern berücksichtigen zu können. In der Schulkonsole kommt das Rollenkonzept in der Menügestaltung zum Tragen. Der Netzwerkberater kann die Menge der Unterrichtsfunktionen individuell auf die Bedürfnisse seiner Kollegen anpassen.
Nachfolgend sehen Sie drei Abbildungen, die das Konzept und die Bedienung der neuen pädagogischen Bedienoberfläche darstellen.

 

 

 

Abbildung 1

Abbildung 1: Die Schulkonsole vereint alle bisher als Einzelanwendung vorhandenen Funktionalitäten.

Bild 2

 

 

 

Abbildung2

Abbildung 2: Aufbau der Schulkonsole: In der Mitte befinden sich die für den angemeldeten Benutzer verfügbaren Schaltflächen. Links sind die für eine ausgewählte Aktion verfügbaren Optionen, rechts die Hilfetexte und Statusmeldungen abgebildet.

Abbildung3

 

 

Abbildung3

Abbildung 3: Die Startseite der Schulkonsole zeigt den Zustand der Ressourcen (Arbeitsstationen, Drucker und Internetzugang) im Unterrichtsraum an. In diesem Beispiel sind alle Ressourcen vollständig gesperrt.

Die Schulkonsole

 

Die Schulkonsole steht nicht nur Lehrern sondern auch Schülern zur Verfügung. Die für Schüler verfügbaren Funktionen sind allerdings stark begrenzt. Sie können lediglich ihr eigenes Passwort ändern und eigene Druckaufträge löschen. Außerdem erhalten sie über die Schulkonsole eine Übersicht ihres Anmeldekontos, etwa über die Quota (Platzbeschränkung) und ihre Projektzugehörigkeit.

 

Fazit und Ausblick

Die in diesem Artikel beschriebenen Unterrichtstools zur Gestaltung des computer- und netzwerkgestützten Unterrichts ermöglichen Lehrerinnen und Lehrern, das Arbeiten mit den neuen Medien nach Bedarf und nach ihren Wünschen in den Unterrichtsalltag zu integrieren. Die einfache Bedienung ist zudem ein großer Vorteil für Lehrerinnen und Lehrer, denn mithilfe der eingebauten Funktionen bleiben sie weiterhin in der Rolle des Unterrichtsgestalters.

 

Wie eingangs erwähnt lassen sich die in der Musterlösung umgesetzten Funktionen in zwei Bereiche, eine administrative und eine pädagogische, unterteilen. Mit diesem Artikel haben wir Ihnen eine Übersicht über die pädagogischen Funktionen gegeben.

Im nächsten und damit auch letzten Artikel dieser Serie werden wir uns daher den administrativen Tools widmen. Dabei werden Sie zum Beispiel erfahren, wie die Benutzer und Klassen angelegt werden oder eine komplette Schule als eine organisatorische Einheit in den Verzeichnisbaum aufgenommen wird. Außerdem stellen wir Ihnen die Installation der paedML Novell 3.0 vor.

 

ZEN-Novell- Gruppe, 27. März 2007

 

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