
Softwarebereitstellung in der paedML® Novell 3.0
Im ersten Teil unserer Artikelserie haben Sie einen Überblick über die Features der paedML Novell 3.0 erhalten. Im zweiten Teil haben wir Ihnen die Verzeichnisstruktur der paedML Novell 3.0 und im dritten Teil die Dateisystemstruktur der paedML Novell 3.0 vorgestellt. Im vorliegenden vierten Teil beschreiben wir, wie die Softwarebereitstellung in der paedML Novell 3.0 funktioniert.
Inhalt:
Einleitung
Anders als im industriellen Umfeld, wo eine definierte Anzahl von unterschiedlicher Software eingesetzt wird, ist die Vielfalt der Software in einem schulischen Netzwerk ungleich größer. Dabei handelt es sich nicht nur um Lernsoftware oder sogenannte Standardanwendungen, sondern auch um weitaus komplexere Anwendungen. In einer Gewerbeschule kann es zudem häufig vorkommen, dass ein Netzwerkberater regelmäßig aktuelle Branchensoftware installieren muss.
Eine zuverlässige und darüber hinaus einfach zu handhabende Methode zur Bereitstellung und Verteilung von Anwendungen ist daher für ein schulisches Netzwerk unerlässlich zur Gestaltung des computergestützten Unterrichts.
Im vorliegenden Artikel erfahren Sie, wie mit Hilfe von Novell ZENworks for Desktops (ZfD) Anwendungen im Netzwerk bereitgestellt werden. Dabei werden Sie sehen, wie unsere vorkonfigurierte Verzeichnis- und Dateisystemstruktur diese Arbeit erleichtert.
Wenn Sie nähere Informationen zur Softwareverwaltung und -verteilung wünschen, empfehlen wir Ihnen den Basiskurs der Landesakademie für Lehrerfortbildung sowie die Novell-Dokumentation für ZENworks for Desktops. Dieser Artikel beschreibt lediglich das Prinzip der Softwareverteilung und das Zusammenspiel von Musterlösung und ZENworks for Desktops.
ZENworks for Desktops ist ein Bestandteil des "Schulen ans Netz"-Pakets der Firma Novell. In der paedML Novell 3.0 kommt die aktuelle Version 7 mit Support Pack 1 zum Einsatz.
Warum Softwareverteilung?
Als Netzwerkberater wird man hin und wieder von seinen Kollegen oder seinen Schülern mit der Frage konfrontiert, warum eine Programminstallation so schwierig sei. Ein Programm auf einer Arbeitsstation zu installieren bereitet heutzutage keine großen Schwierigkeiten mehr. In einem Netzwerk jedoch müssen die gleichen Programme auf mehreren Arbeitsstationen gleichzeitig installiert werden. Zudem muss ein Verwalter unter Anderem noch folgende Gegebenheiten berücksichtigen:
- Reichen die Benutzerrechte aus, damit ein Programm vom Benutzer installiert oder ausgeführt werden kann?
- Welche Zugriffsrechte werden benötigt, damit die Benutzer aus einer Netzwerkfreigabe heraus ein Programm starten oder installieren können?
- Lässt sich ein installiertes Programm auf unterschiedlichen Betriebssystemversionen, die in einer Netzwerkumgebung vorhanden sind, reibungslos benutzen?
- st die Verteilungsmethode für alle Benutzer leicht verständlich, sodass sie nicht überfordert oder in ihrer Arbeit behindert werden?
- Welche Programme dürfen nur ausgewählten Benutzern und Benutzergruppen, welche allen Benutzern zur Verfügung gestellt werden?
- Manche Programme dürfen nur bei Erfüllung bestimmter Kriterien bereitgestellt werden. Wie werden solche Bedingungen definiert und wo werden sie abgebildet?
Diese Liste ließe sich je nach Vorgaben und Umfeld noch weiterführen. Sie macht jedoch bereits deutlich, dass aus einer vermeintlich trivialen Programminstallation rasch eine Hürde werden kann.
Daher ist es für einen Netzwerkverwalter wichtig, ein Werkzeug zu haben, mit dessen Hilfe er diese Aufgaben mit möglichst geringem Aufwand bewerkstelligen kann. Doch bevor wir Ihnen die Zusammenarbeit von Novell-Musterlösung und ZfD näher vorstellen, möchten wir Ihnen zwei unterschiedliche Möglichkeiten zur Softwareverteilung und -verwaltung vorstellen:
- Softwarepflege und -verteilung durch Imaging:
Häufig ist es so, dass sich ein Programm nur lokal auf einer Arbeitsstation installieren lässt oder eine lokale Programminstallation gefordert wird. In diesem Fall kann man die je nach Unterrichtszweck unterschiedlich benötigten Programme in einem Image verwalten. Programme werden dann durch die Wiederherstellung oder Synchronisierung einer Arbeitsstation mittels eines Images "installiert". Dieses Verfahren erfordert allerdings, dass das Image bei jeder Installation eines neuen Programms angepasst wird. - Softwareverteilung durch GPO (Group Policy Object):
Sofern die Strukturen einer Netzwerkumgebung dies ermöglichen, können Programme, die als MSI-Pakete vorliegen, nach notwendigen Anpassungen als ein sogenanntes Group Policy Object durch eine Gruppenrichtlinie an Benutzer oder Arbeitsstationen verteilt werden. Dabei kann es vorkommen, dass unter Umständen mehrere Gruppenrichtlinien bearbeitet werden müssen, um die Anwendung zu verteilen.
Wie werden Anwendungen in der paedML® Novell 3.0 bereitgestellt und verteilt?
In der paedML Novell 3.0 werden Programme mit Hilfe von ZfD zur netzwerkweiten Verteilung bereitgestellt. Dabei gibt es folgende Varianten, Anwendungen zuzuordnen:
- Einem Benutzer;
- Mehreren Benutzern beziehungsweise Benutzergruppen;
- Arbeitsstationen;
- Einer oder mehreren Klassen;
- Schulen;
- Die Kombination der oben genannten Zuweisungsarten.
Die Anwendungen selbst können dabei in einer der folgenden Formen vorliegen:
- Eine einfache Anwendung, ein ausführbares Programm, das keine spezielle Installation auf einer Arbeitsstation erfordert;
- Ein snAppShot-Paket;
- Ein MSI-Paket;
- Webanwendungen beziehungsweise URL;
- Skripte wie zum Beispiel Batch-Dateien.
Die Bereitstellung und Verteilung einer Software wird generell wie folgt gelöst:
- Software wird entweder auf dem Server oder auf einer Arbeitsstation, eine Art Referenz-PC, installiert;
- Es wird ein Anwendungsobjekt im Verzeichnis (SCHULBAUM03) erzeugt;
- Das erzeugte Anwendungsobjekt wird mit Benutzern, Arbeitsstationen oder mit organisatorischen Einheiten (OU) verknüpft;
- Die zur Installation oder zur Ausführung benötigten Dateirechte werden für den Anwendungsordner definiert;
- Das Anwendungsobjekt steht sofort im Netzwerk bereit.

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Die in Abbildung 1 dargestellte Methode zeigt eine Softwareverteilung auf Basis eines snAppShot-Pakets. Bei der Erstellung eines snAppShot-Pakets wird zuvor ein Abbild des Systemzustands erstellt.
Nach einer erfolgreichen Programminstallation wird dann mithilfe des zuvor erstellten Abbilds eine Differenz zwischen Vorher und Nachher gebildet, die dann als ein Datenpaket mit allen zur Installation auf anderen Arbeitsstationen notwendigen Informationen vorliegt.
Das Verfahren lässt sich auch auf MSI-Pakete übertragen. Dies ist in der Regel dann der Fall, wenn Sie mithilfe eines speziellen Werkzeugs, wie zum Beispiel AdminStudio ZENworks Edition, auf einem Referenz-PC individuelle Anpassungen am MSI-Paket für Ihre Benutzer vornehmen möchten.
Damit ein so erstelltes Installationspaket von Ihren Benutzern verwendet werden kann, müssen noch zwei wichtige Fragen geklärt werden:
1. Wo werden Dateien organisiert?
2. An welcher Stelle im Verzeichnisbaum wird das Anwendungsobjekt erzeugt?
In den vorhergehenden Artikeln haben Sie erfahren, dass wir in der Novell-Musterlösung sowohl im Verzeichnisbaum als auch im Dateisystem für diesen Zweck gesonderte Bereiche vordefiniert haben.
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Im Verzeichnisbaum SCHULBAUM03 gibt es die organisatorische Einheit "Anwendungen", in der alle im Netzwerk eingesetzten Anwendungen abgebildet werden. Wie in Abbildung 2 zu sehen, findet man die OU Anwendungen in der zentralen OU DIENSTE und in den OUs der einzelnen Schulen.
Diese Struktur scheint zwar auf den ersten Blick für Redundanzen zu sorgen, hat aber den Vorteil, dass die Benutzer von unterschiedlichen Schulen nur auf die in ihren Schulen installierten Programme zugreifen dürfen. Das heißt, die Schüler und Lehrer der Schule S1 können die Programme, die für die Angehörigen der Schule S2 bereitgestellt wurden, nicht benutzen.
Diese Eigenschaft ist beispielsweise dann wichtig, wenn die Lizenzen zur Nutzung eines Programms nur für die Angehörigen der Schule S1 erworben wurden. Außerdem kann es nicht passieren, dass der PGMAdmin der Schule S2 versehentlich Programme der Schule S1 löscht und umgekehrt.
Auf der Dateisystemebene werden alle Programme im NSS-Volume DATA unter Schulname/PGM abgebildet. In der Abbildung 3 sehen Sie am Beispiel eines Programmordners für das Programm Wise InstallTailor, wie ein Anwendungsordner in der Novell-Musterlösung strukturiert werden kann.

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In früheren Versionen der Novell-Musterlösung wurden ausführbare Programm- und Installationsdateien jeweils unter PGM und PGMPACKS organisiert (mehr dazu erfahren Sie im Basiskurs zur Novell-Musterlösung (externer Link)), die als unterschiedliche Netzwerklaufwerke eingebunden waren. Es war vor allem für Neulinge nicht immer einleuchtend und erhöhte zudem den Verwaltungsaufwand, wenn ein Programm sowohl ausführbare Dateien als auch Installationsdateien beinhaltete. Kam noch ein CD-ROM-Verzeichnis zur Installation hinzu, mussten Zugriffsrechte auch für dieses Verzeichnis vergeben werden, damit das Programm einwandfrei funktioniert.
In der paedML Novell 3.0 sind daher direkt unter dem Programmverzeichnis weitere Ordner für snAppShot-Dateien, Inhalte einer CD-ROM sowie Dateien für MSI-basierte Installation vorgesehen. Die ausführbaren Programmdateien und die zugehörigen Ordner liegen dann direkt im Wurzelverzeichnis des Programms. Der Verwaltungsaufwand wird dadurch erleichtert, dass die benötigten Dateirechte in der Regel nur noch an einer Stelle definiert werden müssen.
Die Art und Weise, wie Anwendungsobjekte und Eigenschaften, wie zum Beispiel Dateirechte und Benutzerverknüpfungen, eingerichtet werden, wird im Basiskurs (externer Link) erklärt und daher hier nicht beschrieben.
Wo stehen die Programme zur Anwendung / Installation bereit?
Bisher haben Sie die Softwareinstallation im Netz aus der Sicht des Netzwerkberaters kennengelernt. Doch wie sieht das Ganze aus der Sicht eines Benutzers aus?
Damit die Benutzer von einer Netzwerkinstallation profitieren können, stellt ZfD das Programm Novell Application Launcher (NAL) bereit. NAL liest aus der Verzeichnisdatenbank alle Anwendungsobjekte ein, um den Benutzern die im Netz installierten Anwendungen zugänglich zu machen. Dabei werden nur solche Programme eingeblendet, die einem Benutzer tatsächlich zugeordnet wurden.
Wir konfigurieren die Arbeitsstationen so, dass NAL während der Benutzeranmeldung automatisch startet, sodass einem Benutzer alle ihm zur Verfügung gestellten Programme übersichtlich dargestellt werden.
Abbildung 4 zeigt, wie NAL die dem Benutzer Netzwerkadministrator zugeordneten Programme darstellt.
Abbildung4
Abbildung 4: So stellt NAL dar, welche Programme für den Benutzer "admin" im Netz zugänglich sind.
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NAL stellt damit eine intuitive Oberfläche für die Benutzer bereit. Dadurch muss ein Benutzer nicht nach den Programmen zu suchen, die er zum Arbeiten benötigt. Sie stehen ihm nach der Anmeldung an einer Arbeitsstation in einem zentralen Programmordner zur Verfügung. Dies erleichtert die Arbeit eines Netzwerkberaters in einem schulischen Netz in besonderem Maß, da er bei der Softwarebereitstellung auch die individuellen Kenntnisse und Fähigkeiten der Schüler und der Lehrer berücksichtigen kann.
Fazit und Ausblick
In diesem Artikel haben Sie erfahren, wie wir durch die Integration von ZfD, in Kombination mit einem für schulische Netze sinnvollen Konzept, versuchen, die Installation und Bereitstellung von Software im Netz zu erleichtern.
Dennoch kann die Softwareinstallation und -verteilung in einem Netzwerk zur Geduldsprobe werden, da man unter Umständen mehrere Testinstallationen machen muss, um erfolgreich ans Ziel zu gelangen.
Um Sie dabei zu unterstützen, stellt die Gruppe Software im Netz (SoN) Anleitungen zur Verfügung, die die Vorgehensweise bei der Installation von Software, die im schulischen Netz zum Einsatz kommt, beschreiben.
Im nächsten Newsletter erscheint ein Artikel, der die in der Novell-Musterlösung enthaltenen pädagogischen Tools, wie zum Beispiel Klassen anlegen oder Druckersperre, vorstellt.




