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MSI Paketierung mit AdminStudio, ZENworks Edition

Im vorliegenden Artikel MSI Paketierung mit AdminStudio, ZENworks Edition beschreibt der Autor, Stefan Falk, wie Sie, mithilfe der MSI Technologie der Firma Microsoft und dem Werkzeug AdminStudio der Firma Flexera Software, ein Installationspaket für den Einsatz in einem Netzwerk zur Verteilung von Software an die Arbeitsstationen vorbereiten können. Novell bietet hierfür, in Kooperation mit Flexera Software, Besitzern der ZENworks Suite eine spezielle Version von AdminStudio an. Damit ist es möglich, aus vorhandenen Setup.exe Installationen MSI Pakete zu erstellen.

 

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Wenn Sie das Beispiel aus diesem Artikel selbst ausprobieren möchten, brauchen Sie einen PC sowie die Software AdminStudio. AdminStudio können Anwender der ZENworks Suite bei der Firma Novell herunterladen. Voraussetzung hierfür ist allerdings ein Novell-Account.

MSI - Managed Software Installation

Managed Software Installation, kurz MSI, steht für eine Installationsmethode, die von Microsoft (MS) mit der Veröffentlichung von Office 2000 eingeführt wurde. Es handelt sich dabei um eine relationale Datenbank, in der sämtliche Anweisungen zur Installation eines Programms auf einem Windows Rechner stehen. Microsoft hat damit einen Standard für Installationsroutinen beschrieben, an den sich Softwarehersteller halten müssen.

 

Dieses Verfahren hat sich zu einem Weltstandard etabliert und wird von Microsoft kontinuierlich weiter entwickelt. Jedes Windows Betriebssystem ab Windows 2000 bringt dazu den Installer-Dienst mit, der bei einer Installation gestartet wird. Die ausführbare Datei dieses Dienstes ist msiexec.exe.
Die Mehrzahl der Softwarehersteller setzt inzwischen auf dieses Verfahren. Es bietet gegenüber der bisherigen Setup Installation eine gewichtige Reihe von Vorteilen. So wird der gesamte Installationsprozess mitprotokolliert und der Endzustand gespeichert. Installationsfehler werden in das Ereignisprotokoll geschrieben. Bei einer misslungenen Installation wird dadurch automatisch ein Rollback ausgeführt (der blaue Balken läuft rückwärts). Dadurch bleiben keine "Dateileichen" und Registry Einträge auf der Arbeitsstation zurück. Auf dem Client wird eine konsistente Installation überwacht, die sogenannte Selbstheilung von Installationen. Fehlt eine Programmdatei, so wird sie, ohne Eingreifen des Anwenders, automatisch von der Installationsquelle nachinstalliert. Die De-Installation von Programmen wird vollständig ausgeführt. Weiterhin werden zum Beispiel ältere .dll Dateien durch neuere ersetzt aber niemals umgekehrt, wie dies bei bisherigen Setups häufig der Fall war. Administratoren sprechen dann von der sogenannten "dll-Hölle".

 

Da jede MSI-Datenbank vom Programmierer bestimmte Vorgaben enthält und man die Datenbanken mit anderen Werten füllen kann, ist es möglich, Installationen zu beeinflussen. So können Sie beispielsweise die Sichtbarkeit der Symbole auf dem Desktop oder im Startmenü nach Ihren Bedürfnissen anpassen oder verhindern, dass nicht benötigte Teile der Programm-Komponenten installiert werden. Diese Anpassungen in der MSI-Datenbank (Transformation) werden dann in einer sogenannten mst-Datei (Managed Software Transform) gespeichert. Sie beinhaltet die Differenz zwischen dem MSI-Standard und dem gewünschten Ergebnis.

Installation von AdminStudio

Bei der Installation von AdminStudio gehen Sie bitte folgendermaßen vor:

  1. Stellen Sie sicher, dass Ihr Rechner über eine Internetverbindung verfügt. Sie können Ihren eigenen PC verwenden, er muss nicht im Schulnetzwerk integriert sein. Überlegen Sie gut, auf welchem Rechner Sie die Software-Paketierung machen wollen, denn die Anzahl für die Aktivierung des Programms bei Flexera Software ist begrenzt;
  2. Erstellen Sie sich mit einem Brennprogramm eine CD aus der heruntergeladenen ISO-Datei "SoftwarePackaging.iso";
  3. Installieren Sie AdminStudio auf Ihrem PC - im weiteren Verlauf wird er als Host bezeichnet - indem Sie den Anweisungen an Ihrem Bildschirm folgen.

 

 

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Hinweis:

Die Registrierung und Lizenz Aktivierung hat sich geändert. Der Lizenzkey ist im Novell Customer Center hinterlegt und wird nach dem Start von AdminStudio über den "Own" tab eingegeben und verifiziert.

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Repackaging am Beispiel

Für das folgende Beispiel verwenden wir den Repackager von AdminStudio, der Bestandteil von AdminStudio ist. Da die Installationsbeschreibung den Rahmen dieses Artikels sprengen würde, wird hier auf die Darstellung verzichtet. Wir empfehlen Ihnen, die Anleitung des Herstellers zu verwenden. Außerdem kommt hier das Programm Paint Shop Pro 4.12 zum Einsatz. Sie können aber auch ein anderes Programm verwenden, da die nachfolgend beschriebene Methode prinzipiell für jedes Programm gilt.

 

  • Starten Sie den Repackaging Wizard, indem Sie auf das Symbol Repackaging Wizard auf dem Desktop doppelklicken;
  • Wählen Sie Installation Monitoring oder Snapshot;

 

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Hinweis:

Beim "Installation Monitoring" beobachtet AdminStudio die Installation in Echtzeit und bildet daraus das Projekt zur Erstellung eines angepassten MSI-Pakets. Diese Methode sollte immer zuerst versucht werden, zumal sie nicht nur eine hohe Geschwindigkeit bietet, sondern auch auf unnötige Registry Einträge verzichtet. Beim "Snapshot" hingegen wird das komplette System "fotografiert", dann das Setup ausgeführt und anschließend eine zweite "Fotografie" erstellt. Das Projekt beinhaltet letztlich die Differenz der beiden "Fotos" mit allen Änderungen. Dabei ist zu beachten, dass Änderungen des Systems die bei einer Verteilung auf andere Rechner unter Umständen Störungen verursachen können, ebenfalls enthalten sind. Abhängig von Software kann es jedoch vorkommen, dass nur die SnapShot-Methode zum gewünschten Ergebnis führt.

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  • Wählen Sie nun die setup.exe aus und füllen Sie die erforderlichen Angaben aus. Der in der folgenden Abbildung angegebene Pfad J:\C_HOST\PSP4\SETUP.EXE führt zu Ihrem Verzeichnis, in dem die Installationsdateien für PSP4 zu finden sind. Passen Sie ihn gegebenenfalls an.

  • Wählen Sie den Paketpfad. Sollte er nicht vorhanden sein, so wird er automatisch erstellt.

 

  • Die Setuproutine startet nun.

 

 

 

  • Nach erfolgreicher Installation können Sie das Programm starten und die notwendigen Grundeinstellungen vornehmen.

 

  • Im Repackaging Wizard "Process" anklicken und dann mit "Fertigstellen" bestätigen. Im zuvor angegebenen Pfad liegt nun das AdminStudio Projekt;
  • Öffnen Sie das Projekt mit dem Repackager. Die Projektdateien haben die Endung .irp;
  • Bearbeiten Sie das Projekt, um abschließende Anpassungen vornehmen zu können. So können beispielsweise nicht notwendige Registry–Schlüssel entfernt werden. Vorhandene Novell-Registry-Schlüssel können immer weggelassen werden. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Schlüssel und wählen dann die Option "Exclude all".

 Die Abbildung zeigt die Bearbeitung der Windows-Registrierungsdatenbank (Registry Entries)

Die Abbildung zeigt die Bearbeitung der Windows-Registrierungsdatenbank (Registry Entries)

  • Wenn alle Einstellungen gemacht sind, gehen Sie im Menü auf Build, um die Erstellung Ihres eigenen MSI-Pakets für Paint Shop Pro abzuschließen.

 

 

Test der MSI-Datei

Nachdem Sie eine angepasste MSI-Datei zur Installation des Programms erstellt haben, sollte diese getestet werden.

 

  • Kopieren Sie hierzu die Datei in ein temporäres Verzeichnis, zum Beispiel: C:\Temp_MSI
  • Geben Sie über Start | Ausführen folgenden Befehl ein: msiexec /i "C:\Temp_MSI\Paint Shop Pro.msi" /qb
  • Nach dem Eintragen dieses Befehls startet die Installation automatisch.

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Der Befehl zum Testen der MSI-Datei ist bis auf die Pfadangabe identisch mit dem Befehl, der während der Erstellung eines Anwendungsobjekt zur Verteilung verwendet werden muss.
Die Anführungszeichen beim msiexec-Befehl müssen angegeben werden, wenn Leerzeichen im Pfad vorhanden sind. Der Parameter /qb bedeutet "Stille Installation mit Fortschrittsanzeige".

Fazit

Das gezeigte Beispiel stellt nur die Erstellung eines angepassten MSI-Pakets vor, welches die Basis für weitere Optimierungen darstellt. AdminStudio bietet hierfür eigens einen Tuner, mit dem man umfangreiche Anpassungen an dem durch Repackager erstellten MSI-Paket durchführen kann.

 

Wie bereits am Anfang des Artikels erwähnt, ist AdminStudio ZENworks Edition ein Bestandteil der ZENworks 7 Suite. Da ZENworks 7 Suite im "Schulen-ans Netz"-Paket der Firma Novell enthalten ist, steht es den Anwendern der paedML Novell automatisch zur Verfügung.

Soo-Dong Kim, 16. Dezember 2010

 

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