
Dateisystemstruktur in der paedML® Novell 3.0
Im ersten Teil unserer Artikelserie haben Sie einen ersten Überblick über die Features der paedML Novell 3.0 (NML 3.0) erhalten. Im zweiten Teil haben wir Ihnen die Verzeichnisstruktur der paedML Novell 3.0 vorgestellt. Im vorliegenden, dritten Teil beschreiben wir die Dateisystemstruktur der paedML Novell 3.0.
Inhalt:
Einleitung
Eine der wichtigsten Aufgaben eines Netzwerkadministrators ist die Verwaltung der Dateien. Dateien bilden das Herz eines jeden Unternehmens, denn darin ist nicht nur die Arbeit der Mitarbeiter dokumentiert, sondern auch das gesamte Wissen des Unternehmens gespeichert.
Dasselbe gilt für Schulen, die zur Gestaltung des Unterrichts auf die Möglichkeiten neuer Medien setzen. Ob es sich um mühevoll erstellte Unterrichtsmodule oder gesammelte Daten eines Schülerprojekts handelt, es sind Dokumente, die die Arbeit und das Wissen der Lehrer und Schüler enthalten und sicher verwaltet werden müssen.
Doch das Verwalten der Daten mehrerer 100 oder gar 1000 Benutzer stellt Lehrerinnen und Lehrer, die zum ersten Mal als Netzwerkberaterin oder -berater ein größeres Netzwerk verwalten, oft vor eine schwierige Aufgabe. Um den Netzwerkberatern diese Arbeit abzunehmen, geben wir daher neben der Benutzerstruktur auch eine dazu passende Dateisystemstruktur vor, die wir in schulischen Netzwerken für sinnvoll halten.
In diesem Artikel stellen wir Ihnen die Dateisystemstruktur der paedML Novell 3.0 näher vor.
Dateistruktur
Die unten dargestellte Abbildung zeigt Ihnen den Aufbau unserer Dateistruktur. Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass wir dabei zwischen Daten, die zu gemeinsam genutzten Ressourcen gehören, und den Benutzerdaten unterscheiden. Entsprechend haben wir die Struktur gewählt. Gemeinsam genutzte Ressourcen sind zum Beispiel Programme, Images - das sind Abbilder von PCs, die auf weitere PCs zur Installation verteilt werden (siehe auch SheilA in der Novell-Musterlösung) - oder Dateien für Schülerprojekte.
Das Volume DATA
Das Volume DATA ist in unserem Konzept, wie in Abbildung 1 zu sehen, als Speicher- und Installationsort für netzwerkweit genutzte Dateien vorgesehen und hat im Detail folgende Struktur.
Text
- Alle: Der Ordner "Alle" hält die Dateien vor, die von allen Schulen gemeinsam genutzt werden. Da ein Mapping dieses Ordners in einer Mehrschulumgebung mit separaten Servern relativ schwierig ist, kommt ihm in einer solchen Umgebung für schulübergreifende Projekte vermutlich kaum Bedeutung zu. Hierfür bieten sich andere Möglichkeiten, wie zum Beispiel Moodle, eher an.
- Schule1, Schule2, usw.: Diese Ordner stellen die übergeordneten Dateiverzeichnisse dar. Darin werden, neben den Ressourcen Images und Richtlinien, auch die schulspezifischen Programme und Projektdateien organisiert.
- Images: Hier befindet sich der Speicherort für die Abbilddateien der PCs.
- PGM: Dieser Ordner beinhaltet die Programme, die auf dem Server installiert sind oder von dort aus auf die einzelnen PCs verteilt werden.
- Projekte: Hier werden gemeinsam bearbeitete Projektdateien, nach Projektgruppen sortiert, verwaltet.
- Richtlinien: In diesem Ordner sind die Vorlagen für Benutzer- und Arbeitsstationsrichtlinien gespeichert.
Das Volume DOCS
Im Volume DOCS werden die Benutzerdaten organisiert. Die nachfolgend dargestellte Struktur ist bewusst an die Benutzerstruktur, die Sie aus dem Artikel zur Verzeichnisstruktur der paedML Novell 3.0 kennen, angelehnt.
Rechteverwaltung mit NSS (Novell Storage Services)
Eine gute, leicht verständliche Struktur hilft Ihnen wenig, wenn die Rechteverwaltung der Dateiverzeichnisse und der Dateien selbst unkomfortabel ist. Novell bietet daher mit NSS (Novell Storage Services) ein mächtiges, aber auch leicht zu bedienendes Dateisystem. In der Musterlösung verwenden wir daher für alle Daten durchweg NSS, um den Netzwerkberaterinnen und -beratern zu einer möglichst einfachen Datenverwaltung zu verhelfen. Die Werkzeuge, mit denen man beispielsweise Projektgruppen und Projektordner anlegen kann, nutzen diese Technologie. Auf diese Weise kann man die Zugriffsrechte sozusagen per Knopfdruck für alle berechtigten Benutzer vergeben.
Zu den Vorzügen von NSS gehören:
- Einfache, leicht verständliche Zugriffsverwaltung: Die Rechte auf Dateien und Ordner werden über eine grafische Oberfläche verwaltet.
- Vererbung der Zugriffsrechte: Ähnlich wie die Rechte der Benutzer vererbt werden können, können auch die Dateizugriffsrechte auf die Mitglieder einer Benutzergruppe vererbt werden. Es genügt also einmal die Zugriffsrechte für bestimmte Dateien und Ordner zu definieren.
- Benutzern oder einer gesamten OU (organisatorische Einheit, siehe Artikel zur Verzeichnisstruktur der paedML Novell 3.0) können die Zugriffsrechte dynamisch zugeordnet werden.
- Die Anzeige von Dateien und Ordnern kann benutzerspezifisch definiert werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Zugriff auf einen Ordner oder eine Datei zuvor für alle Mitglieder einer Gruppe erlaubt wurde. Jeder sieht nur das, was ihm explizit zugeordnet wurde.
Eine detaillierte Darstellung der Fähigkeiten und Eigenschaften von NSS würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Mehr Information über NSS erhalten Sie auf den Seiten von Novell unter www.novell.com/documentation/oes/nss_enu (externer Link). Dort gelangen Sie nach Klick auf den Link "Open Enterprise Server" zu der ausführlichen Dokumentation "Novell Storage Services File System Administration Guide for OES".
Fazit und Ausblick
Die Art und Weise wie in der Musterlösung die Daten eines schulischen Netzwerks standardmäßig organisiert werden, mag nicht jeder bevorzugen. Doch die Vorteile einer standardisierten Datenstruktur sind leicht zu erkennen:
Für die Netzwerkberaterinnen und -berater entfällt der Aufwand zur Planung und Umsetzung einer geeigneten Struktur. Darüber hinaus erleichtert ein solcher Standard den Support. Auch die Einarbeitung in die Musterlösung vereinfacht sich durch die einheitliche Fortbildungsgrundlage.
Wenn Sie sich noch detaillierter über die Dateisystemstruktur der paedML Novell 3.0 informieren möchten, empfehlen wir Ihnen den Basiskurs (externer Link) der Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen des Landes Baden-Württemberg.
In Teil 4 der Artikelserie zeigen wir Ihnen, wie man mit Bordmitteln des "Schulen-ans-Netz-Pakets" (SaN-Paket) von Novell, Anwendungen zentral installieren und verteilen kann.




