
Administrative Tools in der paedML® Novell 3.0 für Novell OES
In den Artikeln 1 - 5 unserer Artikelserie über die paedML Novell 3.0 für Novell Open Enterprise Server (OES) haben wir Ihnen bereits einen Überblick über die Features der paedML Novell 3.0 für Novell Open Enterprise Server (paedML Novell 3.0 ) gegeben. Außerdem haben wir Sie über die Verzeichnisstruktur, die Dateisystemstruktur, die Softwarebereitstellung sowie die Unterrichtstools der paedML Novell 3.0 informiert.
Im vorliegenden sechsten Teil unserer Artikelserie stellen wir Ihnen die administrativen Tools in der paedML Novell 3.0 vor. Außerdem werden die Systemvoraussetzungen und die Installation der paedML Novell 3.0 beschrieben.
Inhalt:
Einleitung
Der letzte Artikel handelte von den Unterrichtstools in der paedML Novell 3.0, die mit pädagogischen Funktionen wie dem Klassenarbeitsmodus und der Computer-, Drucker- oder Internetsperre ausgestattet sind.
In diesem Artikel möchten wir Ihnen einige administrative Werkzeuge vorstellen, die die Systemverwalter bei Ihrer Arbeit unterstützen. Dieser letzte Artikel enthält zudem eine Beschreibung der Systemvoraussetzungen sowie Hinweise zur Installation der paedML Novell 3.0.
In der paedML Novell 3.0 gibt es zwei Arten von administrativen Tools, die wir Ihnen im vorliegenden Artikel ausführlicher beschreiben:
1. In OES Linux enthaltene Tools von Novell;
2. Eigens für schulische Netzwerke entwickelte Tools.
Novell Tools (In OES Linux enthalten)
Im Folgenden möchten wir Ihnen die drei wichtigsten und interessantesten Tools, die in OES enthalten sind, kurz vorstellen.
Zwei der Tools, nämlich iManager und ConsoleOne, sind den Anwendern der bisherigen Novell-Musterlösung bestens bekannt. Das dritte Tool, AdminStudio ZENworks Edition, ist neu. Ein weiteres Tool, das hier zwar erwähnt, aber nicht weiter beschrieben wird, ist YaST, das schon seit jeher zur Systemkonfiguration und -verwaltung von SuSE Linux zum Einsatz kommt. Da eine umfangreiche Darstellung dieser Tools den Rahmen dieses Artikels sprengen würde, werden sie insofern beschrieben, dass deren Bedeutung klar wird. Sie sind aber Gegenstand einer weiteren Artikelserie, die ab September monatlich im Newsletter erscheinen wird.
1. iManager:
Der Funktionsumfang des iManagers wurde in der Version 2.x sehr stark erweitert. In der früheren Version, die auch momentan in der Novell-Musterlösung 2.x integriert ist, standen lediglich Funktionen zur Konfiguration von DNS/DHCP, zur Druckerverwaltung, Filterregeln für den BorderManager sowie eine einfache eDirectory-Verwaltung zur Verfügung. In die neue Version des iManagers hat Novell zahlreiche Funktionen integriert, die das zentrale Management-Tool, ConsoleOne, fast ersetzen . "Fast" deshalb, da eine Verwaltung von GroupWise und vor allem ZENworks-Objekten, wie zum Beispiel den Anwendungsobjekten, nach wie vor nur in ConsoleOne möglich ist;
2. ConsoleOne:
ConsoleOne war früher das Management-Tool der Novell-Produkte. Seit der Einführung des iManagers in der Version 2.x werden immer weniger Module für ConsoleOne bereitgestellt, sodass die meisten Verwaltungsaufgaben nun mithilfe des iManagers verrichtet werden. Es ist jedoch nicht obsolet geworden, da es Module zur Verwaltung der ZENworks-Objekte und der GroupWise-Systeme nur in der ConsoleOne gibt;
3. AdminStudio ZENworks Edition:
Mit AdminStudio ZENworks Edition stellt Novell ein neues Werkzeug bereit, das den Administrator bei der Softwarepaketierung unterstützt. Dabei können Sie ein MSI-Paket zur Verteilung eines gewünschten Programms erstellen oder ein vorhandenes MSI-Paket nach den Bedürfnissen Ihrer Schule anpassen. Das AdminStudio ist im Lieferumfang des "Schulen ans Netz"-Pakets enthalten.
Das Tool NWAdmin, das bereits die Kunden kennen, die seit längerer Zeit mit der Novell-Musterlösung arbeiten, wird nicht mehr weiter entwickelt und steht daher in der neuen paedML Novell 3.0 auch nicht mehr zur Verfügung.
Tools für schulische Netzwerke
Für einen voll funktionsfähigen Einsatz der paedML Novell 3.0 für schulische Netzwerke sind eine Reihe von Konfigurationsanpassungen erforderlich. So müssen beispielsweise die Klassen einer Schule angelegt und die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte als Benutzer aufgenommen werden. In einer Mehrschulumgebung, wie zum Beispiel einem Schulverbund, müssen zudem noch die unterschiedlichen Schulen abgebildet werden.
Müsste man derartige Arbeit ohne die Hilfe eines dafür spezialisierten Werkzeugs verrichten, stiege der Konfigurationsaufwand beträchtlich. Unsere Entwickler stellen daher seit jeher spezialisierte Tools für die Schulen des Landes Baden-Württemberg zur Verfügung, die sie für diesen Zweck eigens entwickelt haben. Die wichtigsten davon werden im Folgenden ausführlich beschrieben:
1. Klassen anlegen, Benutzersynchronisation:
Damit Sie Ihre Schülerinnen und Schüler in den Verzeichnisbaum SCHULBAUM03 als Benutzer aufnehmen können, müssen die Schülerdaten zuerst für einen Import ins System vorbereitet werden. Dafür gibt es das Tool eduUserTool, dass die Schülerdaten einliest und sie so in ein tabellarisches Format übersetzt, damit sie von BImport eingelesen werden können. Zudem stellt es dabei sicher, dass alle Benutzer einen eindeutigen Benutzernamen erhalten.
Der Import der Schülerinnen und Schüler als Benutzer der paedML Novell 3.0 setzt allerdings voraus, dass die Klassen bereits im SCHULBAUM03 existieren und über die klassenspezifischen Eigenschaften verfügen. Mit dem Tool eduKlassen können Sie Ihre Klassen auf Knopfdruck anlegen und sie mit den entsprechenden Eigenschaften ausstatten.
2. BImport:
Das Aufnehmen und Verwalten eines Benutzers in SCHULBAUM03 gehört für einen Netzwerkberater zu den Alltagsaufgaben und kann manuell mithilfe verschiedener Tools (iManager, ConsoleOne etc.) erledigt werden. Bei bis zu tausend Schülerinnen und Schülern verliert man aber schnell den Überblick, davon abgesehen wäre der benötigte Zeitaufwand für einen Netzwerkberater nicht zumutbar. Mit BImport steht dem Netzwerkberater ein mächtiges Werkzeug zur massenweisen Aufnahme von Benutzern zur Verfügung. Die umfangreichen Optionen des BImport stellen dabei auch sicher, dass schulspezifische Bedürfnisse und Überlegungen realisiert werden können.
3. BPass:
BPass ist ein Tool zur Passwortverwaltung. Es bietet mit seiner Funktion "Multi-Passwort setzen" die Möglichkeit, die Passwörter mehrerer oder sogar aller Benutzer mit einem Standardpasswort zu versehen: Eine Funktion, die zum Beispiel nach den langen Sommerferien sehr nützlich ist, wenn die Mehrheit der Benutzer das eigene Passwort vergessen hat.
4. Automatische Schulgenerierung:
Eine wesentliche Neuerung im Design des SCHULBAUM03, dem standardisierten Verzeichnisbaum der paedML Novell 3.0, stellt die flexible Handhabung in einer Mehrschulumgebung dar.
Für einen Schulverbund, bei dem mehrere Schulen zusammengeschlossen sind, ist die Umsetzung einer einheitlichen Netzwerkumgebung sinnvoll, um den Wartungsaufwand minimieren zu können. Bisher bedeutete dies allerdings einen wesentlich größeren Aufwand für den installierenden Computer-Fachbetrieb.
Für die paedML Novell 3.0 wurde daher ein Tool entwickelt, das die vollständige Generierung einer Schule als organisatorische Einheit im SCHULBAUM03 mittels einem einzigen "Knopfdruck" automatisch übernimmt. Das ist dadurch möglich, dass wir alle notwendigen Einstellungen in einer sogenannten "TemplateSchule" abgebildet haben, die als Vorlage für alle Schularten dient. Auf diese Weise ist es beispielsweise möglich, alle Schulen eines Schulträgers innerhalb weniger Stunden abzubilden, ohne dass man die zeitaufwendigen Anpassungen für jede Schule vornehmen muss.
Abbildung5
Abbildung5
Abbildung 5: NeueSchule - Programm verwendet die Voreinstellungen aus TemplateSchule als Vorlage zur Schulgenerierung
Systemvoraussetzungen und Kompatibilitätsliste
Für die Installation der paedML Novell 3.0 bitten wir Sie, die folgenden Empfehlungen der ZEN-Novell-Gruppe zu den Hardware- und Kompatibilitätsanforderungen zu beachten.
Server:
Um die paedML Novell 3.0 installieren zu können, sollte der Server folgende Systemvoraussetzungen erfüllen:
tabelle
| Komponenten | empfohlene Hardware/Größe | Bemerkung |
|---|---|---|
| CPU | ein x86-Prozessor der Serverklasse | |
| Arbeitsspeicher | mindestens 2 GB Empfehlung: 4 GB | Für Schulen, die eine Ein-Server-Lösung mit zirka 30 - 50 Arbeitsstationen bevorzugen, empfehlen wir eine Arbeitspeicherkapazität von mindestens 2 GB. |
| Laufwerke | mindestens 2 Laufwerke System-Laufwerk: 20 GB oder mehr Daten-Laufwerk: 40 GB oder mehr | Diese Voraussetzung ist zwingend, da jeweils ein Laufwerk für die Systemdateien und die Benutzerdaten (NSS-Volumes) benötigt werden. |
| Wechseldatenträger | 1. Ein Laufwerk für DVD-ROM 2. Ein Diskettenlaufwerk |
|
| Netzwerkkarten | 1. Eine 10/100/1000 Mbit Ethernet Adapter für Intranet 2. Eine 10/100/1000 Mbit Ethernet Adapter für Internet |
Text
Die Firma Novell (externer Link) stellt auf ihrer Homepage eine Kompatibilitätsliste der getesteten und zertifizierten Hardware bereit, sodass Sie sich beim Kauf eines geeigneten Servers daran orientieren können. Die Liste kompatibler Hardware finden Sie unter www.novell.com/partnerguide/section/481.html (externer Link). Sollte das Betriebssystem Open Enterprise Server nicht explizit genannt werden, dann achten Sie bitte darauf, ob SuSE Linux Enterprise Server 9 als kompatibles Betriebssystem genannt wird.
Firewall:
In der paedML Novell 3.0 kommt nicht mehr der BorderManager von Novell, sondern die Astaro Security Linux (ASL) der Firma Astaro AG (externer Link) als Firewall zum Einsatz.
Der Rechner, auf dem ASL installiert wird, sollte folgende Voraussetzungen erfüllen:
Komponenten | Minimum |
|---|---|
CPU | x86-Prozessor > 900 MHz |
Arbeitsspeicher | Mindestens 512 MB |
Laufwerke | Mindestens 10 GB |
Wechseldatenträger | CD-ROM-Laufwerk |
Netzwerkkarten | Mindestens zwei Netzwerkkarten |
Die Firma Astaro AG selbst stellt unter www.astaro.com/lists/HCL-ASG-V7.txt (externer Link) eine detaillierte Liste der kompatiblen Hardware bereit.
Installation der paedML Novell 3.0
Bisher wurde die Novell-Musterlösung bis zur Version 2.7 mithilfe eines Klonverfahrens installiert. Die Installation der Novell-Musterlösung durch ein einfaches Klonen hatte den Vorteil, dass die Installation selbst - die notwendige Hardware-Kompatibilität vorausgesetzt - weitestgehend ohne Benutzerinteraktion erfolgen konnte. Es waren lediglich einige wenige Konfigurationsanpassungen nach dem Klonen notwendig.
Der Wechsel des Betriebssystems von Novell Netware 6.0 auf Novell Open Enterprise Server Linux (OES Linux) macht aber ein universelles Klonverfahren nicht mehr möglich. Um den Installationsaufwand für den Computer-Fachbetrieb trotzdem möglichst gering zu halten, wird für die paedML Novell 3.0 ein Kombiverfahren aus einer skriptbasierten, automatisierten Installation und einem Klonverfahren verwendet.
Die skriptbasierte Installation baut auf der AutoYaST-Technik von SuSE auf und kommt zur Installation eines Grundsystems zum Einsatz.
Das Klonverfahren sorgt dafür, dass die Systemkonfigurationen, insbesondere die des Verzeichnisdienstes eDirectory und der Verzeichnisdatenbank auf das Zielsystem übertragen werden. Außerdem werden die vorkonfigurierten NSS-Volumes und der NSS-Pool durch Kloning auf dem Zielsystem erzeugt.
Fazit und Schlusswort
Die paedML® des Landes Baden-Württemberg in ihren drei Varianten, also auf der Basis von Windows Server 2003, Debian Linux und Novell OES Linux wurde von Pädagogen für Pädagogen entwickelt. Im Vordergrund stehen daher nicht die technischen Möglichkeiten oder die Technik selbst, sondern vielmehr die pädagogisch-didaktischen Einsatzmöglichkeiten einer standardisierten Netzwerkumgebung an Schulen. Neben der Software bietet das Landesmedienzentrum daher weitere Angebote an, um Schulen beim Einsatz der neuen Medien zu unterstützen, wie beispielsweise die Hotline von Support-Netz oder das Online-Portal als zentrale Informationsplattform. Maßnahmen zur Qualifizierung des Netzwerkberaters werden durch die Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen zur Verfügung gestellt.
Für diejenigen Leserinnen und Leser, die sich für die paedML interessieren, empfehlen wir die Kontaktaufnahme zur Schulnetzberatung. Dort erhalten Sie eine auf die Bedürfnisse Ihrer Schulen zugeschnittene Beratung sowohl aus technischer als auch aus pädagogisch-didaktischer Sicht.
Abschließend möchten wir uns bei der Projektleitung von Support-Netz bedanken, die uns diese Online-Plattform für die Vorstellung der paedML Novell 3.0 ermöglicht haben. Ein großer persönlicher Dank der Autoren gilt der Online-Redaktion von Support-Netz. Ebenso danken wir unseren Kollegen aus der Novell-Hotline, die uns mit ihren Ratschlägen stets eine große Hilfe waren.
Unser Ziel war es, Ihnen die neue paedML Novell 3.0 näher vorzustellen. Wir hoffen, dass es uns gelungen ist. Die paedML Novell 3.0 wird noch vor Ende dieses Schuljahres ausgeliefert.
Wie in diesem Artikel angekündigt, beginnt ab September eine neue Artikelserie. Sie wird für die Anwender der paedML Novell 3.0 eine Sammlung von nützlichen Tools und deren Anwendung in Form eines How-to's enthalten. Der erste Artikel wird Sie über das am Anfang dieses Artikels vorgestellte AdminStudio ZENworks Edition informieren.
Die Artikelserie ist ein Gemeinschaftsprojekt der ZEN-Novell-Gruppe, zu der folgende Mitglieder gehören:
Ulrich Frei;
Uwe Labs;
Stefan Falk;
Carl-Heinz Gutjahr;
Fritz Heckmann;
Soo-Dong Kim.




