
Servermigration in der paedML® Linux 4.0
Immer wieder gibt es Gründe, warum ein Server im Schulnetzwerk neu aufgesetzt werden muss. Die Hardware ist zu alt, das Netzwerk hat sich mit der Zeit vergrößert und der aktuelle Server ist dem nicht mehr gewachsen. Ausfälle der Hardware zwingen zum Umstieg auf ein neues System.
Die folgende Anleitung beschreibt die Migration von Daten der paedML Linux 4.0 (nicht Version 2.x) von einem alten auf ein neues System. Der Text gibt Ihnen einen Überblick über die einzelnen Arbeitsschritte, ersetzt die Lektüre des Administrationshandbuches jedoch nicht.
Die Hotline empfiehlt Ihnen ausdrücklich die Einrichtung eines Systems mit "dediziertem IPCop". Der Vorteil dabei ist, dass für die Firewall ein eigener Rechner zum Einsatz kommt. Als System brauchen Sie hierbei keinen Hochleistungsserver, sondern in der Regel reicht ein älteres Gerät mit einer kleineren Festplatte (bis zu 20 Gigabyte) und einer älteren CPU (Pentium-Vier-Klasse). Je nach Anzahl der Clients im Netzwerk empfiehlt es sich, das Gerät mit ausreichend Arbeitsspeicher zu bestücken (Näheres hierzu im Abschnitt Vorbereitung).
Vorbereitung
Bevor Sie nun frisch ans Werk gehen, sollten Sie sich die folgenden Vorüberlegungen machen:
- Welche Daten wollen Sie migrieren?
Die wichtigsten Daten für die Migration sind in dieser Anleitung zusammen gefasst. - Wenn Sie Clients in das neue Netzwerk überführen wollen, dann sollten Sie diese unbedingt synchronisieren, bevor Sie sie aus dem alten Netzwerk herausnehmen. Dies ist wichtig, damit Sie ein sauberes Image auf den Clients haben, dass Sie später in den neuen Server übernehmen.
- Da der Import von Nutzerdaten aus den Homeverzeichnissen immer wieder Probleme bereitet, empfiehlt es sich, dass Nutzer (Schülerinnen und Schüler, Kollegium) ihre Daten selber sichern, bevor Sie auf das neue System umziehen. Hierfür sind natürlich ein paar Wochen Vorlauf notwendig, in denen die Benutzer informiert werden. Für den Fall, dass die Sicherung der persönlichen Dateien nicht konsequent umgesetzt wird, sollten Sie eine Sicherung des gesamten /home-Pfades auf eine externe Festplatte machen, um im Einzelfall Daten wieder herstellen zu können.
- Wenn Sie auf einen neuen Server umziehen, achten Sie bitte darauf, dass die Hardware vom Basissystem der paedML Linux (derzeit Debian 4.0 (Etch)) unterstützt wird. Für den IPCop ist es ebenfalls wichtig, dass es nicht zu Konflikten mit der eingesetzten Hardware kommt. Eine Liste mit IPCop-kompatibler Hardware finden Sie auf der Internetseite zum IPCop. Möglicherweise können Ihnen Nutzer der paedML Linux Mailingliste Auskunft über kompatible Hardware erteilen.
Installation von Server und IPCop
1. Den IPCop aufbauen und an das Netz anschließen
- Der IPCop muss über mindestens zwei Netzwerkkarten verfügen – eine "rote" Netzwerkkarte für das externe Netz und eine "grüne" Karte für das interne Netzwerk. Das interne Netzwerk enthält später den Server sowie die Clients Ihres Schulnetzes, die über Switches miteinander verbunden werden. Achtung! Bitte trennen Sie unbedingt das "rote" und das "grüne" Netz. Die externe Netzwerkkarte des IPCops sollte direkt mit dem Internet verbunden (Router, Modem) und nicht mit der internen Verbindung über den gleichen Switch angeschlossen werden, da es sonst zu Netzwerkproblemen kommen kann.
- Der IPCop muss mit dem Internet verbunden werden, damit später die Updates auf dem Server installiert werden können.
2. IPCop installieren
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Für die Installation des IPCops benötigen Sie die folgenden Informationen: Hostname: ipcop, IP-Adresse (grün): 10.16.1.254 (Standardadresse, die abweichen kann, falls Sie Ihr Netz mit einem anderen IP-Adressschema installieren), den Namen der Domäne sowie die Zugangsdaten für die rote Schnittstelle. Alle anderen Daten werden später bei der Einrichtung des Servers auf den IPCop benötigt.
- Installieren Sie den IPCop immer NUR von der paedML CD, die Sie für die Serverinstallation verwenden. Wir raten dringend von manuellen Updates des IPCops oder der von uns mitgelieferten Plugins ab (auch dann nicht, wenn in der IPCop-Oberfläche verfügbare Updates angezeigt werden).
Aktualisierte Programmpakete für den IPCop werden über den Updatemechanismus des paedML Servers heruntergeladen und installiert. Manuelle Updates können zu Netzwerkproblemen führen.
3. Server und IPCop verbinden
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Verbinden Sie nun die "grüne“ Netzwerkkarte des IPCops mit dem Server (oder dem Switch, an dem der Server hängt).
4. Serverinstallation
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Während der Installation des Servers werden auch Plugins für den IPCop installiert. Daher ist es notwendig, dass eine Verbindung zwischen IPCop und Server besteht.
5. Konfiguration des Netzwerkes
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Nachdem der Server erfolgreich installiert wurde, wird automatisch das "linuxmuster-setup"-Skript gestartet. Dieses Skript ist Teil der Konfigurationsroutine und übernimmt die Einrichtung des Servers sowie des IPCops durch die von Ihnen getätigten Angaben.
6. Serverupdate
- Aktualisieren Sie Ihr System nach der Installation, um die aktuellen Pakete und Bugfixes zu erhalten. Updates sollten regelmäßig in das System eingepflegt werden, damit Sicherheitslücken geschlossen und Fehler behoben werden können. Neue Debian-Pakete werden häufiger – unter Umständen täglich – zur Verfügung gestellt. PaedML-Pakete werden alle paar Monate aktualisiert. Bitte beachten Sie hierfür unbedingt unsere Portalmeldungen. Bei Aktualisierungen werden Sie manchmal gefragt, ob Konfigurationsdateien überschrieben werden sollen. In der Regel – sofern nicht anders in unserem Portal beschrieben – sollten Konfigurationsdateien des Systems behalten werden.
Einrichtung des Servers
Die Installation von Server und IPCop ist an diesem Punkt abgeschlossen und Sie können sich nun voll und ganz der Einrichtung Ihres Servers zu wenden.
1. Migration von Daten aus dem alten Server
Sie können Ihre Daten beispielsweise über eine externe Festplatte oder auch über Ihr Netzwerk aus dem alten System sichern – was je nach Datenmenge einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Verwenden Sie für das rekursive Kopieren über einen externen Datenträger als root den Befehl #cp -a QUELLE ZIEL
Damit können Sie sicherstellen, dass die Besitzer und die Rechte der Dateien mitkopiert werden (dies gilt nur dann, wenn das Zieldateisystem die Linuxrechte verwalten kann. Bei Dateisystemen (FAT/NTFS), die nicht linuxspezifisch sind, sollten Sie Dateien oder Verzeichnisse zunächst packen (z.B. als Tarball), auf das neue System übertragen und dann dort wieder entpacken).
Im Folgenden sehen Sie eine Liste mit Daten, die kopiert werden sollten:
- /etc/linuxmuster/workstations oder (bei Rembo2-Systemen) /var/lib/rembo/files/global/wimport_data
In diesen Dateien finden Sie die Clients Ihres Systems, die Sie mit dem Befehl #import_workstations übernehmen können, nachdem Sie die Datei auf den neuen Server übertragen haben; - /etc/sophomorix/user
Dateien in diesem Verzeichnis beinhalten Ihre Benutzer (Lehrer, Schüler, Kurse,...); - /var/linbo/start.conf.*
Konfigurationsdateien von Linbo - sofern im Einsatz.
Eventuell müssen noch andere Dateien aus diesem Verzeichnis kopiert werden (gilt nur, wenn Sie weitere Konfigurationsdateien angepasst haben); - /var/lib/myshn/groups/*/config
Konfigurationsdateien von Rembo2/MySHN4 (bei anderen Versionen können die Pfade abweichen) – sofern im Einsatz.
Sie sollten nur die Konfigurationen der Hardwaregruppen übernehmen. Andere Dateien können bei der Übernahme zu Problemen führen. - Datenmigration von Benutzerdaten
Am einfachsten ist es, wenn sich alle Benutzer selbst Ihre Daten sichern (siehe Abschnitt Vorbereitung). Die Migration von Nutzerdaten auf einen anderen Server ist umständlich, da sich die User-ID der Benutzer ändert und Benutzer dadurch auf Ihre Daten unter Umständen nicht mehr zugreifen können. Falls Sie die Migration von Nutzerdaten dennoch durchführen wollen, benötigen Sie das Programm "sophomorix-vampire" sowie eine Netzwerkverbindung zwischen Ihrem altem und Ihrem neuem Server (siehe auch manpage von sophomorix-vampire, die Sie auf dem Server mit dem Befehl #man sophomorix-vampire aufrufen können).
2. Installation und Einrichtung von Musterclient
- Entweder ein Client wird neu aufgesetzt (bitte immer von Original CDs, nicht von OEM-Versionen) oder ein Client wird aus einer alten paedML migriert.
- Wenn Ihre Datenmigration einwandfrei funktioniert hat, dann führen Sie am Server den Befehl # import_workstations aus, um die Clients am Server zu registrieren. Clients, die nicht am Server registriert sind, können nicht auf das Netzwerk zu greifen.
- Anschließend müssen Sie den fertig installierten Client in die Domäne aufnehmen. Treten Sie hierfür aus der alten Domäne aus (unsynchronisierter Clientneustart) und in die neue ein - erneuter Neustart des Clients nötig. Von dem neu in die Domäne aufgenommenen Client werden im Anschluss Images erstellt und an die anderen Clients verteilt.
3. Fertigstellen
Der alte Server kann nun außer Betrieb genommen werden. Als Backup können Sie den Server noch ein paar Wochen stehen lassen (Falls Sie noch Daten benötigen oder das neue System Probleme bereitet).
Wenn Sie Fragen haben oder Support benötigen, steht Ihnen die Linux-Hotline gerne zur Verfügung.




