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Selbstheilende Arbeitsstation - Imaging in der paedML® Linux

Nachdem wir in Teil 1 der Artikelserie "Imaging in der paedML Linux" einen Überblick über Imagingverfahren gegeben haben, wenden wir uns nun in Teil 2 speziell dem Imagingverfahren Linbo zu. Der folgende Artikel gibt einen Überblick über den Einsatz von Linbo; eine ausführliche Beschreibung zu Linbo finden Sie darüber hinaus in Kapitel 7.3 des Administratorenhandbuchs.

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Teil 2: Linbo – SheilA goes Open Source

Für die Programmierung von Linbo konnte das Support-Netz-Team mit Klaus Knopper (www.knoppix.org) und Martin Öhler zwei namhafte Entwickler engagieren. Entstanden ist ein Open-Source-Imagingverfahren, das es ermöglicht, mit Hilfe einer grafischen Oberfläche verschiedene Betriebssysteme zu verwalten. Die Verwaltung Ihrer Images können Sie sowohl in der Kommandozeile als auch über die Schulkonsole vornehmen.

 

Abbildung 1: Linbo Startbildschirm

 

1.) Netzwerkplan

Bevor Sie mit dem Erstellen von Linbo-Images anfangen, sollten Sie sich Gedanken über den Aufbau Ihres Netzwerkes machen. Wir empfehlen, dass Sie in dem vorgegebenen IP-Adressschema (Standardnetz: 10.16.1.0/255.240.0.0) die Zuordnung von Räumen und PCs dergestalt vornehmen, dass Sie Raum- und PC-Nummern in den Netzwerkadressen der jeweiligen Computer abbilden. Das gleiche gilt für die Namen der PCs.

 

ein beispiel

Ein Beispiel

Sie haben in Ihrer Schule zwei Computerräume. Der Erste ist Raum ist 203 im Hauptgebäude, der zweite Raum 113 im Nebengebäude. Als IP-Adressen empfiehlt sich für den ersten Raum der Bereich 10.16.203.x, die Rechnernamen könnten g1r203-pcx heißen. Hierdurch ist eine Zuordnung der Clients anhand von IP-Adresse (das dritte Segment verweist auf Raum 203, das vierte beinhaltet die Nummer des Rechners) und Clientnamen (Gebäude 1 – g1, Raum 203 – r203, Computer Nr. X – pcx) möglich. Versuchen Sie nun, analog zu diesem Beispiel, dem ersten PC in Ihrem zweiten Gebäude eine IP-Adresse und einen Namen zu geben (die Lösung hierzu finden Sie am Ende des Artikels).

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2.) Linbo aktivieren

Nachdem Sie sich einen Plan für die Struktur Ihres Netzwerks angelegt haben, gilt es diesen in der Realität abzubilden. Hierfür müssen Sie Ihren Server so konfigurieren, dass er Linbo als Imagingverfahren anbietet. Dadurch bekommt ein Client bei jedem Bootvorgang über die Netzwerkkarte (PXE-Boot) vom Server den Startbildschirm von Linbo angeboten (siehe Abbildung 1).

 

Linbo hält alle notwendigen Dateien zentral auf dem Server vor. Im Verzeichnis /var/linbo finden Sie sowohl Konfigurationsdateien, als auch die Rechnerimages. In dieses Verzeichnis müssen auch die Patches abgelegt werden, mit denen die Registry der Windowsrechner gepatcht wird. Beispieldateien für Linbo-Konfigurationen (start.conf-Dateien) und Registrypatches finden Sie unter /varl/linbo/examples. Bitte kopieren Sie sich die Dateien, die Ihren Anforderungen am ehesten entsprechen nach /var/linbo und passen Sie diese Dateien an Ihre Bedürfnisse an.

 

hinweis

Bitte beachten Sie

Linbo legt Festplattenabbilder in einem Cache auf der Clientfestplatte ab, aus dem heraus Restaurationen des Betriebssystems vorgenommen werden. Bei der Partitionierung der Festplatte solten Sie daher entsprechend freien Raum einplanen, in dem Images abgelegt werden können.

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3.) Inbetriebnahme von Linbo auf Windows-Clients

Im nächsten Schritt sollten Sie sich überlegen, wie viele verschiedene Images Sie benötigen. Grundlage hierfür ist zum einen die Frage, welche Hardware eingesetzt wird, zum anderen, ob einheitliche Images an alle Clients verteilt werden oder die Clients mit unterschiedlicher Software installiert werden sollen. So können beispielsweise Lehrerrechner ein anderes Image erhalten. Wenn Sie neue Images erstellen wollen, so können Sie diese später jederzeit einbinden.

 

Erstellen Sie anschließend eine start.conf-Datei für jede Rechnergruppe (siehe Abschnitt 2). Der Vorteil beim Anpassen der Dateien Beispielkonfigurationen gegenüber dem neuen Anlegen von Konfigurationsdateien ist, dass Schreibfehler umgangen werden können.

 

Die Einrichtung der Konfigurationsdatei kann auch aus der Schulkonsole heraus vorgenommen werden. Es empfiehlt sich eine durchgehende Nomenklatur bei der Benennung von Hardwaregruppen, start.conf-Dateien, Images und Patches.

 

beispiel

Ein Beispiel hierfür:

Sie erstellen eine Hardwareklasse "standard". Die Konfigurationsdatei heißt entsprechend start.conf.standard. Ein darin verwendetes Basisimage heisst standard.cloop. Der Registrypatch bekommt den Namen standard.cloop.reg.
Bitte achten Sie bei der Namensvergabe auf Kleinschreibung und den Verzicht von Sonderzeichen!

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Abbildung 2: Linbokonfiguration über die Schulkonsole

 

Nachdem sämtliche Vorbereitungen abgeschlossen sind, booten Sie Ihren Masterclient über das Netzwerk. Über den "Imaging-Reiter" gelangen Sie in ein Administrationsmenü. Hier registrieren Sie den Client. In der Datei /etc/linuxmuster/workstations auf dem Server werden Einträge für jeden Client hinterlegt. Nachdem Sie alle Clients am Server registriert haben bzw. vor dem nächsten Arbeitsschritt müssen Sie am Server den Befehl "import_workstations" ausführen, damit die Clients am Server angemeldet werden.

 

Nun muss der Client neu gestartet und im selben Menü partitioniert werden. Im Anschluss ist der Client in der Hardwaregruppe aufgenommen, partitioniert und kann installiert werden.

 

Für die Installation starten Sie den Client von der Windows-Installations-CD und installieren Sie das Betriebssystem. Lassen Sie auf jeden Fall eine Formatierung von der Windowsinstallationsroutine durchführen! Beachten Sie, dass nach dem ersten Neustart (Installationsdateien wurden auf den Client kopiert) unsynchronisiert gestartet wird, damit die Installation vollendet werden kann. Nach der Installation, jedoch unbedingt vor dem Domänenbeitritt wird ein Basisimage erstellt und auf den Server übertragen (dies geschieht wieder über das Imaging-Menü).

 

Nun ist es an der Zeit, den Registry-Patch bereitzustellen. Die Patches liegen in /var/linbo/examples und müssen nach /var/linbo/ kopiert werden. Benennen Sie den Patch um, so dass er genauso heißt wie Ihr Image (beispielsweise standard.cloop.reg). Starten Sie jetzt den Masterclient synchronisiert (Schaltfläche "Sync+Start" auf der Linbo-Startseite), damit der Patch angewandt wird. Sie melden sich als lokaler Administrator an und treten der Domäne bei.

 

Nach einem weiteren Neustart mit unsynchronisiertem Start melden Sie sich als pgmadmin an der Domäne an, Installieren Sie weitere Software auf den Clients (beispielsweise Webbrowser, Office,…) und nehmen Sie die im Handbuch beschriebenen Anpassungen des Systems vor (Anpassen und Kopieren von Defaultprofil,…), um das Basisimage fertig zustellen.

 

Nachdem Sie den Masterclient entsprechend Ihren Anforderungen konfiguriert haben, starten Sie ein weiteres Mal den Rechner und erzeugen ein letztes Image, dass an die Clients der Hardwaregruppe verteilt werden kann.

 

Wenn Sie nun einen weiteren Client an den Server anschließen und über Netzwerk booten, erscheint das Linbo Startmenü. Sie müssen den Rechner nur in die Hardwaregruppe aufnehmen, einmal neu starten und schon können Sie ihn mit Linbo verwalten.

 

4.) Fazit

Die erste Auseinandersetzung mit Linbo mag komplex erscheinen, wenn Sie sich jedoch mit dem System auseinander gesetzt haben, dann werden Sie ein transparentes, leicht zu bedienendes Imagingverfahren vorfinden. Dateien werden zentral abgespeichert und können bei Bedarf schnell angepasst werden. Die kostenneutrale Anschaffung von Linbo ist ebenfalls ein wichtiges Argument für den Betrieb innerhalb eines knapp bemessenen Schuletats.

 

lösung für beispiel

Und zum Schluss die Lösung des obigen Beispiels (siehe Abschnitt 1):
Der zweite PC bekommt die IP-Adresse 10.16.113.1 und den Namen g2r113-pc01.

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Roland Walter, 9. Juni 2010

 

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