7.3.2.5. Erstellen und ändern einer start.conf-Datei
Im vorangegangenen Abschnitt wurde am Beispiel einer
Rechnergruppe "fs" der Aufbau einer start.conf-Datei erklärt. Hier ist
noch einmal der komplette Inhalt der Datei mit allen
Bereichen:
[LINBO] # Beginn der globalen Konfiguration
Cache = /dev/sda6 # Gerätenamen der lokalen Cachpartition
Server = 10.16.1.1 # IP des Servers, wird automatisch eingetragen
Group = fs # Gruppenname, wird automatisch eingetragen
RootTimeout = 600 # automatischer Rootlogout nach 600 Sek.
AutoPartition = yes # automatische Partitionsreparatur beim LINBO-Start
AutoFormat = no # kein automatisches Formatieren aller Partitionen
AutoInitCache = no # kein automatisches Befüllen des Caches
DownloadType = torrent # Image-Download per torrent, rsync oder multicast
[Partition] # Start einer Partitionsdefinition, Windows XP auf FAT32
Dev = /dev/sda1 # Device-Name der Partition (sda1 = 1. Partition auf erster Festplatte)
Size = 5192000 # Partitionsgroesse in kB (Bsp.: 5G)
Id = c # Partitionstyp (c = FAT32)
FSType = vfat # Dateisystem auf der Partition (FAT32)
Bootable = no # Bootable-Flag
[Partition] # Start einer Partitionsdefinition, Ubuntu auf ext4
Dev = /dev/sda2 # Device-Name der Partition (sda2 = 2. Partition auf erster Festplatte)
Size = 5192000 # Partitionsgroesse in kB (Bsp.: 5G)
Id = 83 # Partitionstyp (83 = Linux)
FSType = ext4 # Dateisystem auf der Partition (ext4)
Bootable = no # Bootable-Flag
[Partition] # Definition der Swappartition
Dev = /dev/sda3 # Device-Name der Partition (sda3 = 3. Partition auf erster Festplatte)
Size = 1048576 # Partitionsgroesse in kB (Bsp.: 1G)
Id = 82 # Partitionstyp (82 = swap)
FSType = swap # Dateisystem auf der Partition (swap)
[Partition] # Erweiterte Partition
Dev = /dev/sda4 # Device-Name der Partition (sda4 = 4. Partition auf erster Festplatte)
Size = # Partitionsgroesse in kB (leer bei erweiterter Partition)
Id = 5 # Partitionstyp (5 = erweiterte Partition)
FSType = # Dateisystem auf der Partition (leer bei erweiterter Partition)
Bootable = no # Bootable-Flag
[Partition] # Datenpartition mit NTFS
Dev = /dev/sda5 # Device-Name der Partition (sda5 = 5. Partition auf erster Festplatte)
Size = 40000000 # Partitionsgroesse in kB (Bsp.: ca. 38G)
Id = 7 # Partitionstyp (7 = NTFS)
FSType = ntfs # Dateisystem auf der Partition (ntfs)
Bootable = no # Bootable-Flag
[Partition] # Definition der Cache-Partition
Dev = /dev/sda6 # Device-Name der Partition (sda6 = 6. Partition auf erster Festplatte)
Size = # Partitionsgroesse in kB (Bsp.: keine Angabe = Rest der Platte)
Id = 83 # Partitionstyp (83 = Linux)
FSType = reiserfs # Dateisystem fuer Cache-Partition (reiserfs empf.)
Bootable = no # Bootable-Flag
[OS] # Beginn einer Betriebssystemdefinition
Name = Windows XP # Name des Betriebssystems
Version = # Version (optional)
Description = Windows XP Prof. SP2 # Beschreibung
Image = winxp-fs.rsync # Dateiname des differentiellen Images (Erweiterung .rsync)
BaseImage = winxp-fs.cloop # Dateiname des Basisimages (Erweiterung .cloop)
Boot = /dev/sda1 # Bootpartition, bei Windows gleich Rootparition
Root = /dev/sda1 # Rootpartition, in die das BS installiert ist
Kernel = grub.exe # Relativer Pfad zum Kernel, bei Windows immer grub.exe
Initrd = # Relativer Pfad zur Initrd, bei Windows immer leer
Append = # Kernel-Parameter, bei Windows immer leer
StartEnabled = yes # "Start"-Button anzeigen
SyncEnabled = yes # "Sync+Start"-Button anzeigen
NewEnabled = yes # "Neu+Start"-Button anzeigen
Hidden = yes # verstecke OS-Reiter
Autostart = no # kein automatischer synchronisierter Start des Betriebssystems
[OS] Name = Ubuntu # Name des Betriebssystems
Version = # Version (optional)
Description = Ubuntu 10.04 # Beschreibung
Image = ubuntu-fs.rsync # Dateiname des differentiellen Images (Erweiterung .rsync)
BaseImage = ubuntu-fs.cloop # Dateiname des Basisimages (Erweiterung .cloop)
Boot = /dev/sda2 # Partition, die Kernel & Initrd enthaelt
Root = /dev/sda2 # Rootpartition, in die das BS installiert ist
Kernel = vmlinuz # Relativer Pfad zum Kernel
Initrd = initrd.img # Relativer Pfad zur Initrd
Append = ro splash root=/dev/sda2 # Kernelparameter
StartEnabled = yes # "Start"-Button anzeigen
SyncEnabled = yes # "Sync+Start"-Button anzeigen
NewEnabled = yes # "Neu+Start"-Button anzeigen
Hidden = yes # verstecke OS-Reiter
Autostart = no # kein automatischer synchronisierter Start des Betriebssystems
Diese Datei muss mit Dateiname
start.conf.fs in das Verzeichnis
/var/linbo abgelegt werden, damit sie von
LINBO gefunden und verwendet
wird.
Eigene start.conf-Dateien erstellen Sie einfach, in dem Sie eine
passende Beispieldatei aus dem Verzeichnis
/var/linbo/examples als Vorlage benutzen und
diese dann mit einem Editor Ihrer Wahl entsprechend Ihren Bedürfnissen
anpassen.
Für eine Partitionierung ähnlich obigem Beispiel mit einem
Windows- und einem Kubuntusystem eignet sich die Beipieldatei
start.conf.winxp_kubuntu. Kopieren Sie die Datei
als start.conf.<gruppe> nach
/var/linbo, zum Beispiel:
# cd /var/linbo
# cp examples/start.conf.winxp_kubuntu start.conf.fs
Bearbeiten Sie dann die Datei mit einem Editor und passen Sie
Partitionsgrößen, Image- und Systemnamen und gegebenenfalls weitere
Optionen an.
7.3.2.5.1. Der Gruppenkonfigurationseditor
Komfortabler gestaltet sich die Anpassung einer
start.conf-Datei mit Hilfe der Schulkonsole. Am Beipiel der
Rechnergruppe "fs" wird nun mit dem
LINBO-Gruppenkonfigurations-Editor der Schulkonsole eine
entsprechende Konfiguration erzeugt.
Loggen Sie sich als Benutzer administrator auf der Schulkonsole ein
und navigieren Sie auf der LINBO-Seite ins Untermenü
Gruppenkonfiguration editieren.
Beim Workstationimport[35] wurde schon eine Konfiguration für die Gruppe "fs"
erzeugt, die jedoch noch angepasst werden muss. Mit Klick auf den
Gruppenamen oder durch Auswahl im Dropdown-Menü mit anschließendem
Betätigen der Schaltfläche Datei wählen wird
die Konfiguration in den Editor geladen.
Im oberen Bereich bietet der Editor nun die globalen
Konfigurationsoptionen[36] an. Außerdem stehen Schaltflächen zur Speicherung der
aktuellen Konfiguration und zum Hinzufügen weiterer Systeme zur
Verfügung.
Im globalen Bereich muss zunächst nichts geändert
werden.
Darunter im Bereich Systeme sehen wir als
erstes die Definition eines Windows-XP-Systems auf Partition 1 mit
5GB (5192000KB) und FAT32-Dateisystem (VFAT).
Die Schaltflächen direkt unterhalb der Systemdefinition
erlauben es
über ein Dropdown-Menü das System zu ändern, also zum
Beispiel aus einem Windows- ein Linux-System zu machen,
das System komplett aus der Konfiguration zu löschen,
oder
eine weitere Version desselben Systems in derselben
Partition hinzuzufügen, die dasselbe Basisimage aber ein
unterschiedliches differentielles Image verwendet.
Die vorgeschlagene Konfiguration für das Windows-XP-System
entspricht unseren Vorgaben, sodass wir hier nichts ändern müssen.
Beachten Sie, dass der Dateiname für das differentielle Image noch
nicht eingetragen ist. Das wird nachgeholt, sobald ein solches Image
erzeugt und verteilt werden soll.
Das zweite System im Editor ist für Daten auf Partition 2 mit
10GB (10485760KB) auf FAT32-Dateisystem vorgesehen.
Laut unserem Beispiel für die Gruppe "fs" soll die zweite
Partition ein Kubuntu-System beheimaten. Wir ändern also das System
in GNU/Linux und wählen dazu den entsprechenden
Eintrag im Dropdown-Menü und übernehmen die Änderung mit einem Klick
auf die Schaltfläche System ändern.
Anschließend müssen noch
Partitionsgröße,
Name des Betriebssystems,
Beschreibung,
Dateiname des Basis-Images,
Partition, die Kernel und Initrd enthält,
Pfade zu Kernel und Initrd und
Bootoptionen
eingetragen werden. Außerdem sind die Checkboxen für die
Start-Buttons und das Verstecken des Betriebssystemreiters
auszuwählen. Schließlich stellt sich die Konfiguration für das
Kubuntu-System im Editor so dar:
Der dritte Bereich ist als Cache auf Partition 3 mit
ReiserFS-Dateisystem vordefiniert. Diesen ändern wir in
Swap
und tragen dann noch die Partitionsgröße (530000KB)
ein.
Nun sind die vorgegebenen Systeme alle geändert. Das nächste
System, in unserem Fall eine erweiterte Partition, muss deshalb
hinzugefügt werden. Die dafür benötigte Schaltfläche Neues
System hinzufügen finden wir am Ende Seite oder oben
unterhalb des globalen Bereichs.
Für das neue System erweiterte Partition
wird der Devicenamen automatisch eingetragen. Das Feld für die
Partitionsgröße bleibt im Falle einer erweiterten Partition
leer.
Im nächsten Schritt wird die Datenpartition
hinzugefügt.
Die Partitionsgröße (40000000KB) muss noch eingetragen und das
Dateisystem NTFS ausgewählt werden.
Abschließend wird die Cache-Partition hinzugefügt. Als
Dateisystem wählen wir ReiserFS, die
Partitionsgröße wird nicht eingetragen, so umfasst die
Cache-Partition den restlichen Platz der Festplatte.
Ein Klick auf die Schaltfläche Änderungen
speichern sichert Ihre neue Gruppenkonfiguration, was die
Schulkonsole mit einer grünen Statusmeldung quittiert.
Damit ist die Erstellung einer LINBO-Gruppenkonfiguration
abgeschlossen.
7.3.2.5.2. Gruppenkonfigurationsdateien kopieren
Haben sie einmal selbst eine start.conf-Datei für eine
Rechnergruppe erzeugt, können Sie diese als Vorlage für weitere
Gruppenkonfigurationen verwenden. Dafür bietet sich auf der
LINBO-Seite der Schulkonsole die Funktion Bestehende
Gruppenkonfiguration einer Rechnergruppe kopieren im
Untermenü Gruppenkonfiguration erstellen
an.
Wählen Sie im Dropdown-Menü die Gruppe aus, die als Vorlage
für eine neue Gruppe dienen soll. Tragen Sie im Eingabefeld den
neuen Gruppennamen ein und starten Sie dann den Kopiervorgang mit
einem Klick auf die Schaltfläche kopieren nach.
Danach sind Sie in der Lage, wie oben beschrieben, die Konfiguration
der neuen Gruppe mit dem Gruppenkonfigurations-Editor
anzupassen.
7.3.2.5.3. Der Assistent zur Erstellung einer neuen
Rechnergruppe
Für das schnelle und einfache Erzeugen einer
LINBO-Gruppenkonfiguration bietet die Schulkonsole einen
Assistenten. Auf der LINBO-Seite im Untermenü
Gruppenkonfiguration erstellen ist der
Assistent zur Erstellung einer neuen
Rechnergruppe zu finden.
Zunächst geben Sie in die dafür vorgesehenen Eingabefelder den
Namen der neuen Gruppe (keine Sonderzeichen!), die Festplattengröße
in MB ein. Im Dropdown-Menü
Festplattenkontroller bleibt immer SATA
ausgewählt, da ab LINBO 1.1.0 IDE-
und SATA-Festplatten identisch anspricht.
Danach legen Sie noch fest, welche Betriebssysteme auf dem
Client installiert sein sollen. In den Partitionen 1 und 2 können
Windows-Systeme, in den Partitionen 3 und 4 Linux-Systeme
installiert sein. Sie können also bis zu vier Systeme definieren.
Wenn Sie wie im Beispiel ein Windows- und ein Linux-System haben,
lassen Sie Partition 2 und 6 einfach leer. In die Eingabefelder der
Systeme tragen Sie die jeweiligen Partitionsgrößen in Megabyte
ein.
Mit Klick auf die Schaltfläche Gruppenkonfiguration
erstellen wird die start.conf-Datei für die angegebene
Gruppe erzeugt.
Anmerkung
Die zur Auswahl stehenden Betriebssysteme hängen ab von
den zur Verfügung stehenden Templates unter
/usr/share/schulkonsole/linbo/templates/os/*.
In den Partitionen 1 und 2 (vfat-Dateisystem) können
Windows-Systeme erzeugt werden mit Templates, die
windows im Namen enthalten. In den
Partitionen 5 und 6 (ext3-Dateisystem) können Systeme auf Basis
der anderen Templates (z.B. Kubutu 8.04) installiert werden. Die
Namen der Systeme sind in den gewählten Templates angegeben und
werden mit der zugehörigen Partition ergänzt.
Beim Erstellen der Konfigurationsdatei werden neben den
Partitionen für die Betriebssysteme eine swap-Partition (Part7,
1GB), eine cache-Partition für LINBO (Part8, reiserfs-Filesystem, Summe
aller Systeme durch 2 geteilt) und eine Daten-Partition (Part9,
vfat-Dateisystem) mit dem verbleibenden Festplattenplatz
definiert. Die Dateinamen der Imagedateien setzen sich jeweils
aus dem Gruppennamen, dem Templatenamen für das System und der
Partitionsnummer zusammen. Differenzielle Images können in den
Templates vorgesehen oder über das Editieren der
Gruppenkonfiguration[37]ergänzt werden. In den globalen Einstellungen der
Gruppenkonfiguration sind auf diese Weise automatische
Partitionsreparatur, automatisches Formatieren aller
Partitionen, automatisches Befüllen des Caches jeweils beim
LINBO-Start und die UseMulticast-Option ausgeschaltet (siehe
dazu das Template
/usr/share/schulkonsole/linbo/templates/part/start.conf.partition).