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7.3.2.1. PXE-Boot-Konfiguration

Für den Netzwerk-Boot muss im BIOS des Clients als primäre Bootmethode PXE-Boot eingestellt werden[29].

Spezifische PXE-Boot-Einstellungen für eine bestimmte Rechnergruppe werden in den PXE-Start-Dateien vorgenommen, die Im Verzeichnis /var/linbo/pxelinux.cfg unter dem Namen der jeweiligen Rechnergruppe angelegt werden. In dieser Datei können bei Hardware- und Bootproblemen oder für spezielle Zwecke Anpassungen gemacht werden.

7.3.2.1.1. Aufbau der Konfigurationsdatei

Eine PXE-Start-Datei für eine Rechnergruppe wird automatisch beim Workstationimport[30] mit folgendem Standardinhalt erstellt (als Vorlage dient die Datei /etc/linuxmuster/linbo/pxelinux.cfg.default):

# Definition der Standard-Bootmethode.
# "reboot" wird für Clients mit Reboot-Workaround benötigt. 
#DEFAULT reboot
DEFAULT linbo

# Aktiviert den Bootprompt (Eingabemöglichkeit für Parameter).
#PROMPT 1

# 3 Sek. Timeout am Bootprompt.
TIMEOUT 30

# Deutsche Tastatur.
KBDMAP /german.kbd

# Wird über dem Bootprompt angezeigt.
DISPLAY /boot.msg

# Startet LINBO direkt per PXE-Boot (Standard).
LABEL linbo
KERNEL linbo
APPEND initrd=linbofs.gz vga=788 quiet

# Boot-Methode für Clients mit Reboot-Workaround.
LABEL reboot
KERNEL grub.exe
# Nach APPEND muss alles in einer Zeile stehen (aus Darstellungsgründen umgebrochen).
# Etwaige zusätzliche LINBO-Bootparameter müssen nach dem vga-Parameter
# und vor dem nachfolgenden Semikolon eingefügt werden.
APPEND keeppxe --config-file=pxe basedir /;
       default 0;
       timeout 0;
       hiddenmenu;
       title REBOOT;
       fallback 1;
       find --ignore-floppies --ignore-cd --set-root /.linbo.reboot;
       cmp /.linbo.reboot /.grub.reboot || ls FALLBACK; write /.grub.reboot DONE;
       ls /boot/grub/menu.lst && configfile /boot/grub/menu.lst;
       ls /menu.lst && configfile /menu.lst;
       chainloader +1;
       title LINBO PXE;
       kernel (pd)/linbo quiet vga=788;
       initrd (pd)/linbofs.gz;

# Bootmethode für den Debugmodus, dazu am Bootprompt (muss aktiviert werden)
# einfach "debug" eingeben
LABEL debug
KERNEL linbo
APPEND initrd=linbofs.gz vga=788 debug

In dieser Datei sind drei LINBO-Bootmethoden definiert:

  • Die Standard-Bootmethode für den Normalbetrieb: LABEL linbo.

  • Die Boot-Methode für den Reboot-Workaround (siehe Abschnitt Einrichten des Reboot-Workarounds): LABEL reboot.

  • LINBO-Boot im Debugmodus (siehe unten): LABEL debug.

In den meisten Fällen sollten die Standardeinstellungen funktionieren. Falls LINBO Hardware nicht erkennt oder bei Bootproblemen können spezielle Kernelparameter in den Append-Zeilen Abhilfe schaffen (siehe Abschnitt Hilfe bei Bootproblemen).

Anmerkung

Geänderte Einstellungen in den PXE-Start-Dateien sind sofort beim nächsten PXE-Boot eines Clients der entsprechenden Gruppe wirksam.

7.3.2.1.2. Ändern der Bildschirmauflösung

Über den vga-Parameter ist es möglich Auflösung und Anzahl der Farben der LINBO-Oberfläche einzustellen, falls die Bildschirmdarstellung unbefriedigend oder fehlerhaft ist. Folgende Werte für vga sind möglich:

Tabelle: Auflösung und Farben der LINBO-Oberfläche

Farben640x480800x6001024x7681280x1024
256769771773775
32k784787790793
64k785788791794
16M786789792795

Ändern Sie den Wert für vga (Beispiel 792 für 1024x768 mit 16M Farben) in der PXE-Boot-Konfigurationsdatei der entsprechenden Rechnergruppe in allen APPEND-Zeilen:

# Startet LINBO direkt per PXE-Boot (Standard).
LABEL linbo
KERNEL linbo
APPEND initrd=linbofs.gz vga=792 quiet

# Boot-Methode für Clients mit Reboot-Workaround.
LABEL reboot
KERNEL grub.exe
# Nach APPEND muss alles in einer Zeile stehen (aus Darstellungsgründen umgebrochen).
# Etwaige zusätzliche LINBO-Bootparameter müssen nach dem vga-Parameter
# und vor dem nachfolgenden Semikolon eingefügt werden.
APPEND keeppxe --config-file=pxe basedir /;
       default 0;
       timeout 0;
       hiddenmenu;
       title REBOOT;
       fallback 1;
       find --ignore-floppies --ignore-cd --set-root /.linbo.reboot;
       cmp /.linbo.reboot /.grub.reboot || ls FALLBACK; write /.grub.reboot DONE;
       ls /boot/grub/menu.lst && configfile /boot/grub/menu.lst;
       ls /menu.lst && configfile /menu.lst;
       chainloader +1;
       title LINBO PXE;
       kernel (pd)/linbo quiet vga=792;
       initrd (pd)/linbofs.gz;

# Bootmethode für den Debugmodus, dazu am Bootprompt (muss aktiviert werden)
# einfach "debug" eingeben
LABEL debug
KERNEL linbo
APPEND initrd=linbofs.gz vga=792 debug
7.3.2.1.3. Debugmodus aktivieren

Um LINBO im Debugmodus starten zu können, muss die PXE-Start-Datei so angepasst werden, dass der Bootvorgang für kurze Zeit (drei Sekunden sind voreingestellt) angehalten wird und ein Boot-Prompt erscheint, der es ermöglicht, Parameter einzugeben. Dazu entfernt man einfach das Kommentarzeichen # am Beginn der Zeile #PROMPT 1:

# aktiviert den Bootprompt (Eingabemöglichkeit für Parameter)
PROMPT 1

Nun ist man in der Lage beim nächsten PXE-Boot des Clients am Boot-Prompt Eingaben zu machen.

Abbildung 7.35. LINBO im Debugmodus starten

LINBO im Debugmodus starten

Gibt man debug ein, startet LINBO im Debugmodus. Statt der grafischen LINBO-Oberfläche erscheint nun eine Linux-Konsole, die einen eingeschränkten Befehlssatz bietet. Die Eingabe von help verschafft einen Überblick. Verlassen Sie die Konsole mit dem Befehl exit, startet die grafische LINBO-Oberfläche.

7.3.2.1.4. Spezielle LINBO-Boot-Parameter

Der LINBO-Kernel kennt spezielle Parameter, mit deren Hilfe sich das Verhalten von LINBO zur Bootzeit steuern lässt. Hier eine Übersicht:

  • autostart: Beeinflusst den automatischen (synchronisierten) Start eines Betriebssystems. Überschreibt die Autostart-Definition in der start.conf-Datei.

    autostart=<int>

    Beispiele:

    autostart=0

    Deaktiviert einen jeglichen in der start.conf-Datei definierten Autostart.

    autostart=1

    Startet das erste in der start.conf-Datei definierte Betriebssystem ([OS]) automatisch. Andere Autostart-Definitionen werden ignoriert.

  • cache: Erzwingt die Nutzung der angegebenen Partition als Cache und ignoriert die in der start.conf definierte Cache-Partition.

    cache=<Partition>

    Beispiel:

    cache=/dev/sdb1
  • conf: Angabe einer alternativen start.conf-Datei. Damit wird zwingend diese start.conf genutzt. start.conf-Dateien auf dem Server oder im lokalen Cache werden ignoriert. Nützlich vor allem im Zusammenhang mit Boot-Medien, wenn z.B. eine spezielle auf einem USB-Stick abgelegte start.conf verwendet werden soll. Ist conf gesetzt, wird ein zusätzlich gesetzter cache-Parameter nicht ausgewertet.

    conf=<Partition>:<Dateipfad>

    Beispiel:

    conf=/dev/sdb1:/start.conf.foo
  • dhcpretry: Legt die Anzahl der Versuche fest per DHCP eine IP-Adresse zugewiesen zu bekommen (Standardwert: 3). Muss bei manchen Netzwerkkarten hochgesetzt werden, damit sie eine IP-Adresse erhalten. Beispiel:

    dhcpretry=5
  • mtu: Setzt den Wert für die Maximum Transfer Unit (MTU) des Netzwerkinterfaces (Standard: 1500). Hilft eventuell, wenn Netzwerkkarten die Verbindung zum Server verlieren. Beispiel:

    mtu=1492
  • nonetwork: Erzwingt Offline-Modus. Keine Dateien werden vom Server heruntergeladen.

  • sata_nv.swnc: Spezieller Boot-Parameter für Nvidia-SATA-Kontroller[31]. Beispiel:

    sata_nv.swnc=0
  • server: Übergibt die IP-Adresse des LINBO-Servers. Erzwingt die Nutzung der angegebenen IP-Adresse als LINBO-Server zum Image-Up-und Download. Server-Angabe in der start.conf-Datei wird ignoriert. Beispiel:

    server=10.16.1.3


[30] Siehe Abschnitt Client registrieren

[31] Anwender berichten, dass diese Option zusammen mit acpi=noirq bei Nvidia-SATA-Kontrollern mit Windows-Boot-Problemen Erfolg bringen kann.

5.0.1