A.2. Partitionierung im Expertenmodus
Hierzu geben Sie am Bootprompt expert, gegebenenfalls gefolgt von weiteren
Bootparametern ein.
Nach Abschluss der Hardwareerkennung erscheint das Menü mit den
Partitionsmethoden.
Über die Menüoptionen Geführt - verwende
vollständige Festplatte und Geführt -
gesamte Platte verwenden und LVM einrichten gelangen Sie zu den
von Debian-Entwicklern vorgefertigten Partitions-Schemata.
Wählen Sie Manuell, wenn Sie die
größtmögliche Kontrolle über die Partitionierung Ihres Systems haben
wollen.
Anmerkung
Eine detaillierte Beschreibung zur Partitionierung mit dem
Debian-Installer finden Sie im Debian-Installations-Handbuch
Kapitel 6.3.2 unter doc/debian/install/manual/de auf der
Installations-CD.
Partitionierung mit Software-RAID 5 und
LVM
Im Folgenden wird beispielhaft gezeigt, wie Sie im Expertenmodus den
Musterlösungsserver mit Software-RAID 5 und LVM installieren
können.
Im Beispiel hat das System 4 SCSI-(SATA)-Platten mit je ca. 80 GB.
Drei davon werden als aktive Platten eingerichtet, eine als Reserveplatte.
Wenn Sie IDE-Platten verwenden, beachten Sie, dass die
Partitionsbezeichnung zum Beispiel /dev/hda1 statt /dev/sda1 lautet. Die Partitionen sollen
so eingerichtet werden:
Die Rootpartition muss als RAID1-Verbund erstellt werden, da Grub
nicht von einer RAID5-Partition booten kann. Alle anderen Partitionen
werden als logische Volumes auf einer RAID5-Partition erstellt. Bevor Sie
die Installation beginnen, stellen Sie sicher, dass im BIOS jegliches
Hardware-RAID abgeschaltet wurde.
Nachdem Sie die Installations-CD mit der Bootoption expert gestartet haben, wählen Sie die
Partitionsmethode Manuell in Menü des
Installers (siehe oben). Sie erhalten nun eine Übersicht Ihrer im System
vorhandenen Festplatten:
Anmerkung
Sollten die Festplatten noch Partitionen enthalten, müssen Sie
diese zuerst alle löschen, sodass bei jeder Platte FREIER SPEICHER angezeigt wird.
Wir partitionieren zunächst die erste Festplatte (sda). Navigieren
Sie mit den Pfeiltasten auf die entsprechende Menüzeile und drücken Sie
Enter. Bei einer neuen Platte müssen Sie
nun die Erstellung einer leeren Partitionstabelle bestätigen:
Jetzt wird angezeigt wieviel FREIER
SPEICHER auf der Platte für Partitionen zur Verfügung
steht:
Im freien Bereich richten wir jetzt zwei RAID-Partitionen ein.
Navigieren Sie mit den Pfeiltasten auf die Zeile FREIER SPEICHER und drücken Sie Enter. Wählen Sie Eine neue
Partition erstellen:
Im nächsten Schritt geben wir die Größe ein (im Beispiel 6 GB für
die Rootpartition):
Als Partitionstyp geben wir Primär
ein:
Die neue Partition soll am Anfang des freien Bereichs erstellt
werden:
Als nächstes muss in den Partitionseinstellungen das Dateisystem für
die neue Partition festgelegt werden. Navigieren Sie auf Benutzen als: und drücken Sie Enter:
Wählen Sie physikalisches Volume für
RAID:
Mehr Partitionseinstellungen sind in dem Fall nicht vorzunehmen.
Wählen Sie daher Anlegen der Partition
beenden:
Wieder in der Partitionsübersicht sehen Sie nun die neu
eingerichtete Partition vom Typ K raid und den
restlichen freien Speicher der ersten Platte, auf dem nun die zweite
RAID-Partition eingerichtet wird.
Gehen Sie so vor wie bei der ersten Partition. übernehmen Sie jedoch
einfach den gesamten restlichen freien Speicher als neue Größe der
Partition:
Die Partitionsübersicht zeigt nun beide Partitionen der ersten
Festplatte vom Typ K raid:
Partitionieren Sie nun die drei restlichen Platten nach identischem
Schema:
Sind alle Platten entsprechend partitioniert, muss das Software-RAID
konfiguriert werden. Wählen Sie also Software-RAID
konfigurieren, um zunächst mit einer Sicherheitsabfrage
konfrontiert zu werden:
Nach Bestätigung der Abfrage geht es mit der Erstellung der
Software-RAID-Geräte (MD-Geräte) weiter:
Zunächst erstellen wir das RAID1 für die Rootpartition:
Die Anzahl aktiver Geräte ist in unserem Fall 3:
für die Anzahl der Reserve-Geräte geben wir eine 1 ein:
Im nächsten Schritt sind die drei aktiven Geräte auszuWählen, in
unserem Fall /dev/sda1,
/dev/sdb1 und /dev/sdc1:
Als Reserve-Gerät bleibt /dev/sdd1:
Weiter geht es mit der Einrichtung des RAID5-Verbundes, der später
alle anderen benötigten Partitionen auf der Basis von logischen Volumes
beherbergen soll:
Hier sind es wieder 3 aktive Geräte:
Und ein Reserve-Gerät:
Die drei aktiven Geräte sind nun /dev/sda2, /dev/sdb2 und /dev/sdc2:
Als Reserve-Gerät bleibt noch /dev/sdd2:
Mit dem Menüpunkt Fertigstellen
schließen wir die Software-RAID-Konfiguration ab:
In der Partitionsübersicht sehen wir jetzt zwei neue Geräte RAID1
und RAID5. Auf dem RAID5-Gerät #1 richten wir nun ein physikalisches
Volume für den LVM ein. Dazu Wählen wir die entsprechende Partition
aus:
In den Partitionseinstellungen ist Benutzen
als: auszuwählen, damit das Dateisystem definiert werden
kann:
Als Partitionstyp wird nun physikalisches
Volume für LVM ausgewählt:
Das Anlegen der Partition kann nun beendet werden:
Wieder in der Partitionsübersicht sehen Sie, dass der Partitionstyp
des RAID5-Geräts auf K lvm geändert wurde. Fahren Sie
fort mit dem Menüpunkt Logical Volume Manager
konfigurieren:
Die folgende Abfrage bestätigen Sie mit Ja,
... um in die LVM-Konfigurationsübersicht zu gelangen. Nun müssen
Sie eine Volume-Gruppe muss erstellen:
Die neue Volume-Gruppe nennen Sie zum Beispiel
vg_lml:
Das Gerät für Ihre Volume-Gruppe vg_lml ist der
zuvor erstellte RAID5-Verbund, physikalisch /dev/md1:
Wieder in der LVM-Konfigurationsübersicht können Sie nun logische
Volumes erstellen:
Zunächst müssen Sie die Volume-Gruppe, in der das neue logische
Volume erstellt werden soll wählen. In Ihrem Fall steht nur die Volume
Gruppe vg_lml zur Verfügung:
Das erste logische Volume soll die Swappartition beherbergen.
Deshalb nennen Sie es vg_lml-swap:
Die Swappartition soll 2 GB groß sein:
Sie gelangen wieder in die LVM-Konfigurationsübersicht und richten
nun das nächste logische Volume für die Homepartition ein. Dieses nennen
Sie vg_lml-home:
Der Homepartition spendieren Sie 80 GB:
Das dritte logische Volume wird /var aufnehmen. Folgerichtig nennen Sie es
vg_lml-var:
Als Größe geben Sie 60 GB ein:
Als viertes und letztes logisches Volume erstellen Sie
vg_lml-var+spool+cups für den
Druckerspooler:
Die Größe entspricht dem restlichen freien Platz der Volume-Gruppe,
in unserem Beispiel 7327 MB:
Sind alle logischen Volumes eingerichtet, können Sie die
LVM-Konfiguration fertigstellen:
In der Partitionsübersicht werden jetzt alle eingerichteten
logischen Volumes angezeigt. Nun müssen die Dateisysteme in den logischen
Volumes eingerichtet werden. Sie beginnen mit
vg_lml-home und Wählen die darunterliegende Partition
aus:
In den Partitionseinstellungen Wählen Sie zunächst Benutzen als: ...
... um das Ext3-Journaling-Dateisystem zuzuordnen:
Als Einhängepunkt wählen Sie /home auszuWählen:
Mount-Optionen für /home
sind usrquota und
grpquota:
Nachdem Dateisystem, Einhängepunkt und Mount-Optionen festgelegt
wurden, können Sie das Anlegen der Partition beenden:
Als Nächstes richten Sie vg_lml-swap ein und
Wählen die entsprechende Partition in der Partitionsübersicht
aus:
Als Dateisystem wählen Sie Auslagerungsspeicher (Swap)
gewählt:
Wiederholen Sie die Prozedur für
vg_lml-var:
Nachdem Sie das Ext3-Journaling-Dateisystem zugeordnet haben,
Wählen Sie /var als
Einhängepunkt:
Mount-Optionen sind noatime,
usrquota und
grpquota:
Und noch einmal für
vg_lml-var+spool+cups:
Auch hier ordnen Sie zunächst das Ext3-Journaling-Dateisystem zu. Den Einhängepunkt
müssen Sie jedoch von Hand eingegeben.
Er lautet /var/spool/cups:
Mountoptionen für /var/spool/cups sind nicht
einzurichten.
Schließlich müssen Sie noch die Rootpartition auf dem RAID1-Gerät
eingerichten:
Sie wählen wieder Ext3-Journaling-Dateisystem und als Einhängepunkt
/
(Wurzeldateisystem):
Erfolgreich abgeschlossen, nun sind alle Partitionen
eingerichtet:
Sie navigieren mit der Pfeiltaste nach unten, wählen in der
Partitionsübersicht den letzten Menüpunkt Partitionierung beenden und Änderungen
übernehmen:
Nachdem Sie die Sicherheitsabfrage bestätigt haben,
werden Partitionen, Software-RAID und logische Volumes eingerichtet.
Anschließend beginnt die Installation des Debian-Basissystems.
Ist die Installation abgeschlossen, wird der Server neu gestartet,
um in das neu installierte System zu booten. Lassen Sie die
Installations-CD im Laufwerk, da sie für die Installation weiterer
Software-Pakete benötigt wird.
Wichtiger Hinweis
Je nach dem wieviel quotierte Dateisysteme Sie angelegt haben,
müssen Sie nach dem Neustart des Servers gegebenenfalls die Datei
/etc/sophomorix/user/quota.txt anpassen. Für jede
quotierte Partition muss ein ein Standard-Wert angegeben werden. Die
Werte müssen mit einem Plus-Zeichen verbunden werden. Hier ein
Beispiel für zwei quotierte Partitionen:
# $Id: quota.txt,v 1.3 2006/04/22 14:12:59 jeffbeck Exp $
##############################################################################
# This is a comment #
# sophomorix configuration file quota.txt #
# All Values are in MB #
##############################################################################
# 1) Standard Values
# standard quota for workstations
standard-workstations: 300+0
# standard quota for students
standard-schueler: 300+0
# standard quota for teachers
standard-lehrer: 500+100
# 2) Other Values
#
# add quota for classes with the command:
# sophomorix-class
#
# add quota for teachers in lehrer.txt !
# quota for single users (NOT teachers)
# quota of administrator:
administrator: 10000+0
pgmadmin: 10000+0
wwwadmin: 500+0
www-data: 0+5000